„Schmieden der Heiligkeit“: Benedikt XVI. würdigt die Arbeit der italienischen Bruderschaften

Begegnung auf dem Petersplatz in Rom

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ROM, 13. November 2007 (ZENIT.org).- Benedikt XVI. begrüßte am Samstag den Verband der Bruderschaften der italienischen Diözesen. Während des Treffens auf dem Petersplatz bekundete der Papst vor Tausenden von Menschen seine tiefe Freude, der vielgestaltigen Welt der Bruderschaften begegnen zu können.



In seiner Ansprache erinnerte der Heilige Vater an die Bedeutung und den Einfluss dieser Einrichtungen, die in allen Gemeinden Italiens zu finden sind. Es handle sich geschichtlich um den Zusammenschluss gläubiger Laien, denen es darum gehe, Volksfrömmigkeit mit konkreten Werken der Barmherzigkeit und Solidarität zu verbinden. Dieser Geist der brüderlichen Liebe könne noch besser verstanden werden, wenn man bedenkt, dass der Beginn der Entstehung der Bruderschaften ins Mittelalter falle, als sich noch keine Formen öffentlicher Hilfe ausgebildet hatten.

Die Bruderschaften sind für Benedikt XVI. jedoch nicht „einfache Gesellschaften für gegenseitige Hilfe oder philanthropische Vereine“. Sie sind vielmehr ein „Miteinander von Brüdern, die im Bewusstsein, lebendiger Teil der Kirche zu sein, das Evangelium leben wollen“ und sich vornehmen, das Liebesgebot in die Tat umzusetzen. „Das Leben des Evangeliums ist das Erkennungsmerkmal und das Lebensprogramm jedes Jüngers Christi und jeder kirchlichen Gemeinschaft“, so der Papst.

In einer Zeit der großen Veränderungen wie der heutigen brauche die Kirche in Italien die Bruderschaften, „damit die Verkündigung des Evangeliums der Liebe auf alten und neuen Wegen alle erreichen“ könne, fuhr der Heilige Vater fort. Die Bruderschaften mit ihren vielfachen Charismen und ihrem Einsatz an den vielen Fronten der Neuevangelisierung könnten ihre bedeutsame Sendung erfüllen, wenn sie eine tiefe Liebe zum Herrn pflegten und den Bischöfen gehorchten.

„Evangelizität“ und „Kirchlichkeit“ müssten die Bruderschaften prägen, damit sie weiterhin volksnahe Schulen gelebten Glaubens und „Schmieden der Heiligkeit“ sind. Dann könnten sie als evangelischer „Sauerteig“ ihren Beitrag zu einer „geistlichen Renaissance“ leisten, wie sie alle ersehnten. Heute sei es nötiger denn je, einen echten asketischen und missionarischen Elan zu pflegen, um sich den vielfältigen Herausforderungen der modernen Zeit zu stellen.