Schneefall erschwert Rettungsarbeiten nach Erdbeben in China

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FREIBURG, 22. April 2010 (ZENIT.org).- Auch eine Woche nach dem schweren Erdbeben ist die Situation in der abgelegenen chinesischen Bergregion Yushu unübersichtlich. Mitarbeiter der Partnerorganisation von Caritas international, Jinde Charities, sind vor Ort, um die Schäden zu beurteilen und die eigenen Hilfen zu koordinieren. Sie berichten von extrem schweren Bedingungen, weil viele Gebäude und Straßen zerstört seien.

Erschwert werden die Rettungsarbeiten und die Katastrophenhilfe vor allem auch durch die Höhenlage von bis zu 4.000 Meter und dem wieder einsetzenden Schneefall. "Nachts liegen die Temperaturen bis unter null Grad, und die obdachlos gewordenen Menschen schlafen im Freien", berichtet der Priester Father Paul Han aus dem Katastrophengebiet, "wir brauchen dringend Lebensmittel, Wasser, Zelte, Medikamente und warme Kleidung."

Caritas international stellt zunächst 100.000 Euro für die Soforthilfe zur Verfügung. Das Hilfswerk der deutschen Caritas kooperiert im Erdbebengebiet mit der lokalen Partnerorganisation Jinde Charities. Als erste Nothilfe wurden bereits rund 20 Tonnen Getreide, 800 Säcke Salz und 2,4 Tonnen Speiseöl verteilt.

Ein psychologisches Team mit drei Traumaberatern sowie ein dreiköpfiges medizinisches Team von Jinde Charites haben eine Notfallambulanz für die Erdbebenopfer in einem Camp in Jiegu aufgebaut. Die Katastrophenhilfe im Erdbebengebiet wird in Kürze durch ein neues Projektbüro in der Provinzhauptstadt Xining unterstützt. Eine Mitarbeiterin von Caritas international ist gemeinsam mit einem Team von lokalen Mitarbeitern auf dem Weg nach Qinghai.

Caritas international ist mit der Partnerorganisation seit dem verheerenden Erdbeben im Mai 2008 in der Nachbarprovinz Sichuan präsent. In Sichuan wurden damals Millionen Menschen obdachlos, etwa 87.000 Menschen haben ihr Leben verloren. Nach wie vor unterstützt Caritas international dort den Wiederaufbau von Gebäuden und Infrastruktur und leistet psychosoziale Hilfe für die Katastrophenopfer.