Schweden: Christliche Hirten protestieren gegen Regierungspläne für „Abtreibungsparadies“

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STOCKHOLM, 5. März 2007 (ZENIT.org).- Christliche Hirten in Schweden haben davor gewarnt, das aus dem Land bald ein „Abtreibungsparadies“ werden könnte. Anlass waren Berichte aus Regierungskreisen, nach denen Schweden jetzt auch Ausländern den Zugang zur uneingeschränkten Abtreibung öffnen will.



Der ökumenische Vorstoß wird vom katholischen Bischof in Stockholm, Anders Arborelius, und dem Leiter der Pfingstkirche, Sten-Gunnar Hedin, getragen. In der größten Tagezeitung des Landes hatten die beiden am Sonntag vor einer Woche einen gemeinsamen Kommentar verfasst, in dem sie das Regierungsvorhaben scharf kritisieren.

Die Zustimmung des Christdemokraten Göran Hägglund an der Schaffung einer neuen Regelung, die ausländischen Frauen die Möglichkeit bieten soll, in Schweden abzutreiben, hatte die Kirchenvertreter dazu veranlasst, zum Protest aufzurufen. Unter anderem unterstreichen sie: „Wir sehen uns dazu verpflichtet, unseren christlichen Wählern nahe zu legen, bei den nächsten Wahlen im Jahr 2010 nicht für die Koalition zu stimmen… Als Christen ist es unsere Pflicht, die Unantastbarkeit des menschlichen Lebens zu verteidigen.“

Schweden verfügt seit Mitte der 70er-Jahre über das liberalste Abtreibungsgesetz in Nordeuropa. Frauen haben das „Recht“, bis zur 18. Schwangerschaftswoche eine Abtreibung vornehmen zu lassen. Wer sich eine Bewilligung der sozialen Aufsichtsbehörde einholt, kann dies sogar bis zur 22. Woche tun.

Christliche Abtreibungsgegner kritisieren die Gesetzesvorlage vor allem deshalb, da sie Nicht-Schweden zu Spätabtreibungen ermutige. Der Bischof von Stockholm und der Leiter der Pfingstkirche drücken ihre tiefe Besorgnis aus und appellieren an den Gesundheits- und den Sozialminister, aus Schweden „kein Abtreibungsparadies zu machen“. Aufgabe der Politik sei es, die Voraussetzungen zu schaffen, die es Frauen erlaubten, ihre Kinder zur Welt zu bringen – „in Schweden genauso wie in anderen Ländern“.