Schweiz: Bischöfe kritisieren Verschärfung des Asyl- und Ausländergesetzes

Gemeinsame Erklärung des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbunds, der Schweizer Bischofskonferenz und des Schweizerische Israelitischen Gemeindebunds

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SANKT GALLEN, 25. September 2006 (ZENIT.org).- In einer gemeinsamen Erklärung haben der Schweizerische Evangelische Kirchenbund (SEK), die Schweizer Bischofskonferenz (SBK) und der Schweizerische Israelitische Gemeindebund (SIG) die gestrige Annahme des neuen Asyl- und des Ausländergesetzes bedauert und angekündigt, die Umsetzung dieser Gesetze in Zukunft kritisch zu begleiten und sich weiterhin für die Achtung der Menschenwürde einzusetzen.



Die Unterzeichner der Erklärung, die noch gestern, Sonntag, veröffentlicht wurde, fordern: „Echte Flüchtlinge sollen weiterhin Schutz erhalten, niemand soll ohne angemessene Nothilfe auf der Strasse stehen, die Zwangsmassnahmen sind mit Augenmaß anzuwenden und dürfen nicht zur sinnlosen Inhaftierung von Ausländerinnen und Ausländern führen.“ Man werde sich „dort zu Wort melden und den Dialog mit den Behörden suchen“, wo Rechtsstaat und Menschenwürde gefährdet seien.

Rechtsgleichheit müsse gewahrt bleiben, den Schwächsten vorrangig geholfen werden. „Gesuche für den Familiennachzug und Härtefallbewilligungen von Sans-Papiers sind entsprechend zu behandeln. Eine Sorge vieler kirchlich engagierter Menschen ist zudem, dass sie in Zukunft für ihre Hilfeleistungen bei Personen ohne Aufenthaltsrecht (Sans-Papiers) bestraft werden. SEK, SBK und SIG rufen die Behörden auf, ethisch und humanitär begründete Hilfestellungen nicht zu kriminalisieren.“

Nähere Auskünfte zu diesem Thema bietet Bischof Ivo Fürer, der über seine Informationsbeauftragte Sabine Rüthemann (Tel. 079 423 20 30) und Abt Joseph Roduit (Tel. 024 486 04 04) erreichbar ist.