Schweiz: Die Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise als Chance für neue Weichenstellungen

Schweizerische Nationalkommission Justitia et Pax hinterfragt Systemlogik der Märkte

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BERN, 11. Dezember 2008 (ZENIT.org).- Die weltweite Finanzmarktkrise und in der Folge auch die Wirtschaftskrise zeigten einmal mehr die Grenzen und Schwächen eines Systems, das weitgehend Renditeziele, Wachstum und Profitstreben in den Vordergrund stelle, verlautete jetzt die Schweizerische Nationalkommission Justitia et Pax.

Aspekte der weltweiten Armut, des Ressourcenverbrauchs, des sozialen Zusammenhalts spielten dabei allenfalls eine minderwertige Rolle. Antworten auf die gegenwärtige Krise müssten deshalb weiter gehen als die bisherigen Finanzierungspläne für einzelne Banken und Unternehmen.

Im Rahmen ihrer jährlichen Studientagung hat sich die Schweizerische Nationalkommission Justitia et Pax auch mit der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise befasst. Eine tiefer gehende Analyse der komplexen Zusammenhänge zeige, dass die „Spielregeln“ der internationalen Finanz- und Gütermärkte auf die Dauer grundsätzlich neu gefasst werden müssten.

Die nationale und internationale Politik sei gefordert, die Dynamik globaler Märkte viel stärker auch auf soziale und ökologische Erfordernisse abzustimmen. Es dürfe nicht sein, dass die Systemlogik der Märkte solche Aspekte weitgehend ausblende.

Insbesondere die Dynamik auf den Finanzmärkten habe gezeigt, wie begrenzt das Risikobewusstsein innerhalb des Systems der Märkte sei. Vorstellungen von einem Wachstum ohne Grenzen, die von entsprechenden Anreizsystemen noch gefördert würden, müssten der Vergangenheit angehören.

Ein Geldmengenwachstum, das sich vom Wachstum auf den realen Märkten abgekoppelt habe, müsse über kurz oder lang in einer Krise enden, betonten die schweizer Experten für die katholische Soziallehre. Ebenso sei die Vorstellung zu hinterfragen, dass Wachstum und Wohlstand „oben“ immer auch zum Vorteil von denen „unten“ gereiche, verlautete es abschließend aus Bern.