Schweiz: Telefon-Helpline für pädophile Priester im Bistum Freiburg-Lausanne-Genf

Bischof: Die Kirche wird keine pädophilen Vorkommnisse decken

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FRIBOURG, 14. April 2002 (ZENIT.org).- Im Bistum Freiburg-Lausanne-Genf ist eine Telefon-Helpline für pädophile Priester und andere Pastoralverantwortliche eingerichtet worden. Mit dieser Maßnahme folgt das Bistum Freiburg-Lausanne-Genf dem Aufruf Johannes Pauls II., das Schweigen rund um Pädophilie in der katholischen Kirche zu brechen und sexuelle Übergriffe an Kindern zu bekämpfen.



Über die Telefonlinie können sich von der Pädophilie betroffene Priester, Diakone und Laien direkt dem katholischen Bischof Bernard Genoud anvertrauen. Nehme ein Priester mit dem Bischof Kontakt auf, werde zwischen den beiden Parteien das weitere Vorgehen besprochen, sagte Generalvikar Rémy Berchier am vergangenen Mittwoch vor der Presse.

Die Kirche werde keine pädophilen Vorkommnisse decken, sagte Bischof Genoud. Jeder Priester, der sich entsprechende Handlungen habe zu Schulden kommen lassen und sich nicht selber bei den staatlichen Behörden verzeige, werde suspendiert. Er werde auch nicht zögern, eine schuldige Person der Justiz auszuliefern.

Die Telefonnummer der Helpline wurde an 800 Mitglieder der Diözese verschickt und wird in der Schweizerischen Kirchenzeitung veröffentlicht. Genoud wird laut eigenen Angaben jeden Anruf persönlich entgegennehmen.

Für die Opfer pädophiler Übergriffe will die Diözese laut Genoud gemeinsam mit dem Hilfswerk Caritas und den Kantonen Waadt, Genf, Freiburg und Neuenburg Empfangsstellen einrichten.