Schweizer Bischöfe ermutigen zur Neuentdeckung der Beichte

Ergebnisse der 278. Ordentlichen Vollversammlung

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FRIBOURG, 6. Dezember 2007 (ZENIT.org).- Die Bischöfe aus Schweiz laden die Gläubigen zur Neuentdeckung der Beichte ein.

Mit ihrem neuen Pastoralschreiben „Impulse zur Erneuerung der Einzelbeichte im Rahmen der Bußpastoral“ wollen die Hirten „auf die individuelle und persönliche Dimension von Sünde und Vergebung aufmerksam machen“, berichtete heute Walter Müller, Informationsbeauftragter der Schweizer Bischofskonferenz.

„Die persönliche Dimension von Sünde, Umkehr, Busse und Versöhnung ist in den vergangenen Jahren dem gläubigen Bewusstsein teilweise entschwunden. Denn es ist üblich geworden, das kirchliche Bußsakrament in der Gestalt eines gemeinsamen Bussgottesdienstes zu feiern.“ Diese Form habe ihren Sinn, „wenn sie die kirchlich-öffentliche Dimension von Buße und Versöhnung zum Ausdruck bringt. Dagegen steht bei der Beichte der Christ einzeln vor Gott. Er überdenkt sein eigenes Leben, konfrontiert sich mit seiner Schuldgeschichte und erfährt persönliche Vergebung.“

Beihilfe zum Suizid ist nicht zu rechtfertigen
Die Schweizer Bischöfe befassten sich während ihrer dreitägigen 278. Ordentliche Vollversammlung im Foyer franciscain von Saint-Maurice, die am Mittwoch zu Ende ging, auch mit der Herausforderung, die so genannte „Sterbehilfe“-Organisationen mit sich bringen. Die Hirten erinnerten diesbezüglich daran, „dass die Beihilfe zum Suizid niemals gerechtfertigt werden kann“, und verwiesen auf ihr Schreiben „Die Wüde des strebenden Menschen“ aus dem Jahr 2002, in dem sie ihre Überlegungen und Empfehlungen zu Sterbehilfe und Sterbebegleitung ausführlich dargelegt hatten.

In dem Dokument wird nach Worten Müllers betont, „dass es um mehr geht als um eine gesetzliche Regelung der Sterbehilfe. Es geht um Sinn und Würde des menschlichen Lebens und um die Bedeutung, die der Umgang mit dem Sterben für das gesellschaftliche Zusammenleben und für die menschliche Qualität der Gesellschaft hat.“

Schwerpunkt Jugendseelsorge
Einen besonderen Platz nahm das Thema der Jugendpastoral ein. Die Mitglieder der Bischofskonferenz informierten sich ausführlich über den Stand der Vorbereitungen zum internationalen Weltjugendtag im Juli 2008 in Sydney (Australien) und zum europäischen Jugendtreffen der Communauté de Taizé vom 28. Dezember bis zum 1. Januar 2008 in Genf. Zwei Brüder der ökumenischen Gemeinschaft, Frère Emile und Frère Bruno, wurden von den Bischöfen zum Gedankenaustausch empfangen.

Mit Blick auf die Jugendarbeit fassten die Hirten den Entschluss, einen Jugendrat ins Leben zur rufen. Er soll den Jugendbischof in seiner Arbeit unterstützen. Außerdem beschlossen sie, das modulare Ausbildungsmodell „ForModula“ für kirchliche Ausbildungskurse in Katechese und Jugendarbeit mit dem 1. Januar 2009 definitiv einzuführen.

Zwei Termine und eine Publikation
Die Mitglieder der Schweizer Bischofskonferenz, Vertreter des Apostolischen Stuhls und der Römisch-katholischen Zentralkonferenz (RKZ) sowie Experten und geladene Gäste werden im November des kommenden Jahres im Rahmen einer Fachtagung an der Theologischen Fakultät von Lugano die Beziehung Kirche und Staat kritisch beleuchten.

Zur feierlichen Amtseinführung des bisherigen Weihbischofs für Lausanne und neue Bischofs von Reykjavik (Island), Pierre Bürcher, am 15. Dezember werden die Schweizer Bischofskonferenz eine Delegation entsenden. Die Arbeitsgruppe „Islam“ wird in Zukunft von Bischof Pier Giacomo Grampa geleitet, die Arbeitsgruppe „Andere Religionen“ von Bischof Vitus Huonder.

Unter dem Titel „Gott ins Zentrum stellen. Worte von Papst Benedikt XVI. an die Kirche in der Schweiz“ legen die Hirten der Öffentlichkeit ein Zeugnis ihres Ad-Limina-Besuchs von November 2006 vor: Die drei Ansprachen von Papst Benedikt XVI. an die Schweizer Bischöfe und Territorialäbte, kommentiert von Schweizer Experten. Zu den Autoren des auf Deutsch, Französisch und Italienisch erhältlichen Taschenbuches, das von Kirchenrechtler Professor Arturo Cattaneo herausgegeben wird, sind Bischof Kurt Koch, Abt Mauro-Giuseppe Lepori OCist, Bischof Amédée Grab OSB, Professor Graziano Borgonovo und Bischof Pier Giacomo Grampa.