Schweizer Bischöfe fordern von Medien mehr Respekt für Papst Benedikt

284. Ordentliche Vollversammlung im Marienwallfahrtsort Einsiedeln

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FREIBURG, 4. Juni 2009 (ZENIT.org/SBK).- „Wie jede öffentliche Person hat auch der Papst das Recht, dass seine Menschenwürde respektiert wird." Das betonen die Mitglieder der Schweizer Bischofskonferenz mit Blick auf jene Medienberichte, die anlässlich der Aufhebung der Exkommunikation der Lefebvre-Bischöfe und der Afrika- und Heiligland-Reise Benedikts XVI. nicht nur nicht sachgerecht informiert, sondern überdies die Kirche und auch den Papst selbst „auf entwürdigende Weise angegriffen" hatten.

Die Bischöfe, die vom 1. bis zum 3. Juni in der Abtei Maria Einsiedeln ihre 284. Ordentliche Vollversammlung abhielten, ermutigen die Gläubigen in der heute veröffentlichten Abschlusserklärung ausdrücklich, sich in Fällen von Verunglimpfung „auch direkt an die betreffenden Medien" zu wenden. Zahlreiche Katholiken hatten sich in der jüngeren Vergangenheit bei den Hirten über eine verletzende Medienberichterstattung beklagt. „Die Bischöfe teilen die Besorgnisse dieser Gläubigen und danken ihnen".

Zum Auftakt ihrer Vollversammlung hatten die Hirten zu einer nationalen Wallfahrt eingeladen, um für die Einheit der Kirche zu beten. Rund 2.000 Gläubige waren dieser Einladung gefolgt. Der Apostolische Nuntius in der Schweiz, Erzbischof Francesco Canalini, überbrachte den Gläubigen einen Gruß des Papstes. Bischof Kurt Koch (Basel) hielt als Vorsitzender der Bischofskonferenz die Predigt zum Festgottesdienst. Er wies darauf hin, dass man Einheit und Friede nicht machen könne; sie seien Geschenke Gottes (ZENIT berichtete).

In Einsiedeln wurden die Hirten vom neuen Generalsekretär des Rates der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE), Duarte da Cunha, über die Tätigkeiten dieser Einrichtung informiert. Außerdem erfuhren sie von Margrit Mattle, Mitglied des Frauenrates der Schweizer Bischofskonferenz, und ihrer Tochter Patricia aus erster Hand Näheres über den Weltfamilienkongress, der vom 14. bis zum 17. Januar in Mexiko-Stadt stattgefunden hatte.

Darüber hinaus standen während der drei Arbeitstage folgende Themen im Vordergrund:

- Vom 19. Juni 2009 bis 19. Juni 2010, anlässlich des 150. Todestags des heiligen Pfarrers von Ars, wird auf Wunsch von Papst Benedikt XVI. ein Priesterjahr begangen werden. Die Bischöfe haben sich Gedanken gemacht über die Gestaltung dieses Jahres in der Schweiz.

- Sieben Mitglieder der Schweizer Bischofskonferenz werden vom 22. September bis 2. Oktober 2009 die Ortskirchen in Togo besuchen, um ihnen ihre Solidarität und Verbundenheit zu bezeugen. Auf dieser Reise wird sich eine Delegation auch zum Priesterseminar St. Gall in Benin begeben. Zur Reisevorbereitung besuchte der Direktor des schweizerischen Zweigs des Päpstlichen Missionswerks „missio", Pater Bernard Maillard OFM Cap., die Bischofskonferenz.

- Am 26. September begeht die Schweizerische Nationalkommission „Justitia et Pax" ihr 40-Jahr-Jubiläum. Dem Jubiläumsgottesdienst in der Dreifaltigkeits-Kirche in Bern wird Bischof Kurt Koch vorstehen. Der Europapräsident von „Justitia et Pax", Erzbischof Gérard Defois, wird die Predigt halten.

- Die Bischofskonferenz verabschiedete den Text ihres Aufrufes zu Gunsten der Inländischen Mission. Sie genehmigte das Epiphanieopfer, das am Sonntag vom 3. Januar 2010 von diesem Schweizerischen katholischen Solidaritätswerk zu Gunsten der Pfarreien Gänsbrunnen SO, Les Agettes VS und Bruzella TI aufgenommen werden wird.

- Die Bischöfe verabschiedeten ihren Bettagshirtenbrief über die Versöhnung. Anlass zur Wahl dieses Themas gab die UNO, die Weltfriedensorganisation, die das laufende Jahr zu einem Jahr der Versöhnung erklärt hat.