Schweizer Bischöfe: Maßnahmen-Katalog zur Förderung der kirchlichen Medienarbeit

Grundausbildung für alle kirchlich Verantwortlichen

| 944 klicks

FRIBOURG, 6. Juni 2008 (ZENIT.org).- Wir veröffentlichen die Erklärung, die die Schweizer Bischofskonferenz bei ihrer 280. Vollversammlung in Einsiedeln (2. - 4. Juni) zum Thema Stärkung der kirchlichen Medienarbeit verabschiedet hat.

Es handelt sich um einen Maßnahmen-Katalog, der die Kommunikation nach innen wie nach außen verbessern soll. Angesichts des großen Einflusses der Medien sehen die Hirten in der Medienarbeit eine pastorale Priorität.

***

Die Schweizer Bischofskonferenz betrachtet die kirchliche Medienarbeit als eine ihrer wichtigsten pastoralen Prioritäten. Wir leben heute in einer Umwelt, die weitgehend von den Medien geprägt ist. Das Weltbild und die Lebensauffassung unserer Zeitgenossen wird zu einem großen, wenn nicht zum größten Teil von den Medien bestimmt. Auch was sie von der christlichen Botschaft und vom Leben der Kirche wahrnehmen und wie sie darüber urteilen, wird heute für die meisten Menschen fast ausschließlich durch die Medien vermittelt. (Vgl. dazu die Pastoralinstruktion „Aetatis novae“ von 1992 und die nachfolgenden Dokumente des Päpstlichen Rates für die Sozialkommunikation).

In unserer Kultur, die teils von den Medien geschaffen, teils von ihnen weitergetragen und ausgedeutet wird, muss die Kirche mit ihrer Botschaft präsent sein. Deshalb muss die kirchliche Medienarbeit ausgebaut werden und hohe professionelle Qualität aufweisen. Grundlegend ist dabei die Forderung nach Transparenz und Glaubwürdigkeit. Das setzt bei allen kirchlich Verantwortlichen ein gutes Verständnis der Medienwelt und ihres Funktionierens voraus, sowie die Fähigkeit, sich in einer mediengerechten Sprache auszudrücken.

Kommunikation nach innen und außen
Auf lokaler Ebene geschieht die kirchliche Kommunikation durch die Pfarrblätter und Internetseiten mit viel Engagement weitgehend zufriedenstellend. Zusammen mit anderen spezifisch katholischen Medien bieten diese eine willkommene Quelle alternativer Information neben den Mainstream-Medien. Durch engere Zusammenarbeit, Vernetzungen und Zusammenschlüsse kann diese Kommunikation an der Basis und mit der Basis noch verbessert werden.

Doch die große Zahl der Außenstehenden oder dem christlichen Glauben ganz Fernstehenden wird durch diese vorwiegend innerkatholische Kommunikation nur ungenügend oder gar nicht erreicht. Deshalb ist mit hoher Priorität auch der Zugang zu den profanen Medien zu suchen, und das Vertrauensverhältnis mit den in diesen Medien Arbeitenden ist zu fördern. Der Sinn der Botschaft des Evangeliums und der christlichen Werte müssen ihnen in einer für alle verständlichen Sprache vermittelt werden. Hilfen für das Verständnis von kirchlichen Ereignissen und von Lehrentscheiden sind nach Möglichkeit in einer für die Kommunikation unmittelbar verwendbaren Form zu geben. Das gilt auch für die Zusammenarbeit mit privaten Sendern von größerer Ausstrahlung.

Zugleich ist die technische und wirtschaftliche Fortentwicklung der Medien (z.B. als Folge der Digitalisierung) im Auge zu behalten, damit rechtzeitig geeignete Kommunikationsstrategien geplant werden können (Vgl. dazu das Apostolische Schreiben „Die schnelle Entwicklung“, Januar 2005, die letzte Äußerung Papst Johannes Pauls II. zu den Medien).

Was ist zu tun?
Zur Erreichung der damit gesetzten Ziele sind die folgenden konkreten Maßnahmen vorzusehen:

-- Gute professionelle Ausbildung einer genügenden Zahl junger Katholiken und Katholikinnen für die Medienarbeit – als Informationsbeauftragte, Redaktoren und Redaktorinnen und Medienschaffende, aber auch in Medienwissenschaft und Medienethik – Hand in Hand mit einer Vertiefung ihres Glaubensbewusstseins und ihres Verständnisses für das kirchliche Leben;

-- Förderung entsprechender Talente, wenn möglich durch Stipendien;

-- Grundausbildung für alle kirchlich Verantwortlichen in Medienkenntnis, Medientechnik und mediengerechter Sprache;

-- gute und kontinuierliche Kontakte mit Schlüsselfiguren in der profanen Medienwelt und Sorge um Berücksichtigung und sachgemäße Darstellung der christlichen und kirchlichen Themen in diesen Medien;

-- gute ökumenische Zusammenarbeit auf all den genannten Gebieten;

-- Förderung und Ausbau der sprachregionalen katholischen Medienstellen, namentlich durch Unterstützung ihrer Zusammenarbeit und Zusammenschlüsse;

-- regelmäßige fachliche Berichterstattung durch die Medienkommission an die Bischofskonferenz über (abzusehende) Entwicklungen in der Medienwelt mit Vorschlägen für zu ergreifende Maßnahmen.

Die Bischofskonferenz ist sich bewusst, dass die hier vorgesehene Prioritätensetzung und die vorgeschlagenen Maßnahmen keine geringen finanziellen Anstrengungen erfordern werden, und sie dankt den finanzgebenden Gremien für alles, was sie in der genannten Richtung bereits getan haben und in noch vermehrtem Maß tun werden. Sie dankt auch ihrer Medienkommission und allen katholischen Medienschaffenden für ihre professionelle Medienarbeit und ihre Beratertätigkeit.

[Von der Schweizer Bischofskonferenz veröffentlichtes Original]