Schweizer Bischofskonferenz: Minarett-Initiative ist der falsche Weg

Ergebnisse der Frühjahrs-Vollversammlung in Chur

| 872 klicks

CHUR, 5. März 2009 (ZENIT.org).- „Die Minarett-Initiative ist nicht geeignet, die Probleme des Zusammenlebens der Schweizer Bevölkerung und der Muslime zu lösen“, bekräftigen die Schweizer Bischöfe, die vom 2. bis zum 4. März in Chur zu ihrer Frühjahrs-Vollversammlung zusammengetreten sind.



Die gestern vom Schweizer Nationalrat mit großer Mehrheit abgelehnte Initiative gegen den Bau von Minaretten, die in den Augen der Politiker zwar gültig sei, jedoch den religiösen Frieden aufs Spiel setze und gegen international garantierte Menschenrechte verstoße, ist auch in den Augen der Bischöfe kein Lösungsweg. Im Gegenteil: Die Initiative trage nur zur Verschärfung von Problemen bei.

In Chur hielten die Hirten der katholischen Kirche auch Rückschau auf die bewegten letzten Wochen, die ganz im Zeichen der Diskussionen um die Priesterbruderschaft Pius X. und vor allem den Holocaust-Leugner Williamson gestanden waren. Für Pfingstmontag (1. Juni) laden sie alle Gläubigen zu einer Wallfahrt nach Einsiedeln ein, um das Anliegen der Einheit der Kirche im Gebet vor Gott zu tragen.

„Papst Benedikt XVI. hat einen öffentlichen und eindeutigen Widerruf verlangt, der bisher nicht geschehen ist“, heißt es in einer heute veröffentlichten Presseerklärung der Schweizer Bischofskonferenz zum Fall Williamson. Was die Piusbruderschaft angeht, so wird in dem Schreiben neuerlich darauf hingewiesen, „dass die Aufhebung der Exkommunikation noch nicht die Rehabilitierung oder Wiedereingliederung in die Gemeinschaft der katholischen Kirche bedeutet, sondern erst die Eröffnung eines Weges zur Versöhnung. Die vier Bischöfe bleiben weiterhin suspendiert. Deshalb bleibt ihnen untersagt, das Bischofs- und Priesteramt auszuüben. Der Vatikan hat in mehreren Stellungnahmen betont, dass für eine künftige Anerkennung der Bruderschaft St. Pius X. die volle Anerkennung des Zweiten Vatikanischen Konzils und des Lehramtes der Päpste Johannes XXIII., Paul VI., Johannes Paul I., Johannes Paul II. sowie Benedikt XVI. eine unerlässliche Bedingung ist. Im Sinne dieser Päpste ist das Leben der Kirche vor und nach dem Konzil als Erneuerung in der Kontinuität und nicht als Bruch zu verstehen.“

Die Bischöfe beschäftigten sich in Chur auch mit der Lage der Kirche in der Volksrepublik China. Diesbezüglich ermutigen sie die Gläubigen ebenfalls zum Gebet, und zwar besonders am 24. Mai, der auf Anregung von Papst Benedikt XVI. weltweit als „Gebetstag für die Kirche in China“ begangen wird. In Einsiedeln wird zu diesem Anlass und an diesem konkreten Datum eine Wallfahrt organisiert werden. Christen aus China werden sich daran beteiligen.