Schweizer Bischofskonferenz ruft zur Solidarität mit bedrängten Christen auf

Neuer Vorsitzender der Hirten ist Bischof Brunner (Sitten)

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FRIBOURG, 10. September 2009 (ZENIT.org).- Neuer Vorsitzender der Schweizer Bischofkonferenz ist der Bischof von Sitten, Norbert Brunner. In der Amtsperiode 2010 bis 2012 werden ihm der Bischof von St. Gallen, Markus Büchel, als Vizepräsident und der Bischof von Lausanne, Genf und Freiburg, Bernard Genoud, als drittes Mitglied des Präsidiums zu Seite stehen.



Bei der Vollversammlung der Schweizer Hirten, die vom siebten bis zum neunten September im Bildungszentrum St-François in Delsberg stattfand, wurde neben der Bestellung des neuen Präsidiums eine Erklärung unterzeichnet, in der die Bischöfe ihre Ablehnung gegenüber der Minarett-Initiative zum Ausdruck bringen. Darüber hinaus zeigten sie sich angesichts der Bedrängnis, in der Christen in vielen Teilen der Welt leben müssen, sehr besorgt.

Alle Christen, die Opfer von „gravierenden Übergriffen und Anfeindungen“ seien, benötigten „Solidarität und tätige Hilfe von allen Menschen guten Willens. Besondere Aufmerksamkeit verdient in diesem Zusammenhang das Kloster Mor Gabriel im Südosten der Türkei, das von zentraler Bedeutung für die syrisch-orthodoxen Christen ist und das im Zusammenhang mit der 2008 erfolgten Landvermessung in grosse Bedrängnis geraten ist. Als Symbol für die christliche Präsenz steht das 1.600 Jahre alte Kloster unter dem Druck von Kräften, denen die Überreste christlichen Lebens ein Dorn im Auge sind. Zwar wurde die widerrechtliche Inbesitznahme von klösterlichem Grundbesitz durch Bauern der benachbarten Dörfer in einem ersten Prozess nicht anerkannt. Weitere Prozesse sind jedoch im Gang, unter anderem ein Strafprozess gegen den Abt von Mor Gabriel, in dem ihm vorgeworfen wird, das Kloster habe sich widerrechtlich Waldgebiete angeeignet. Das strittige Gebiet ist jedoch seit Jahrhunderten im Besitz des Klosters.“

Ein weiteres Thema, das auf der 285. Vollversammlung besprochen wurde, war die Reise nach Togo: Sechs Mitglieder der Schweizer Bischofskonferenz werden sich mit dem Generalsekretär und dem Informationsbeauftragten vom 22. September bis zum 2. Oktober in das westafrikanische Land begeben, um die pastoralen Sorgen der Ortskirche kennen zu lernen. Pater Bernard Maillard OFMCap, Nationaldirektor von „Missio“ Schweiz, wird die Gruppe begleiten. Als Gäste der Bischofskonferenz von Togo werde man die Diözesanbischöfe sowie pastorale und soziale Einrichtungen der Kirche besuchen.

„Im spannungsgeladenen Umfeld Afrikas steht die Kirche aktiv im Dienst der Versöhnung, der Gerechtigkeit und des Friedens – ein Anliegen, dem die Schweizer Bischöfe ihren Hirtenbrief zum Eidgenössischen Dank-, Buß- und Bettag 2009 gewidmet haben“, heißt es dazu im heute veröffentlichten Abschlussbericht zur bischöflichen Vollversammlung (vgl. Hirtenbrief).

Die Schweizer Bischöfe werden in Zukunft in besonderer Weise das Werk des Heiligen Apostel Petrus fördern, das Teil der Päpstlichen Missionswerke ist und im Dienst der Priesterberufungen in den Missionsländern steht. „Die Schweizer Bischofskonferenz unterstützt die Anstrengungen des Werks, die Ausbildung der oft großen Zahl von Seminaristen finanziell zu unterstützen. Die Ausbildung von Priestern unterstützen bedeutet, Spendengelder in ein ‚Humankapital’ zu investieren.“