Schwester Lucia, Fatimas letzte Seherin, war eine Botschafterin Mariens

Schwester Lucia wird in Fatima bestattet werden

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COIMBRA, 15. Februar 2005 (ZENIT.org).- Im Alter von 10 Jahren sah Lucia de Jesus dos Santos am 13. Mai 1917 zum allerersten Mal eine Frau in der Cova de Iria, die sie später als allerseligste Jungfrau Maria identifizierte. Beinahe 90 Jahre später, am 13. Februar 2005, ist die 97-järige Klosterschwester am ersten Fastensonntag in ihrem Karmeliterinnenkloster von Coimbra (Portugal) gestorben. Schwester Lucia war die letzte Überlebende der drei kleinen Hirtenkinder von Fatima, denen die Mutter Gottes erschienen war. Die früh verstorbenen Kindheitsgefährten und Vettern Francisco und Jacinta Marto wurden im Jahre 2000 von Papst Johannes Paul II. in Fatima selig gesprochen.



In einem Hirtenbrief vom 13. Oktober 1930 erklärte der damalige Bischof von Leiria-Fatima, José Alves Correia da Silva, die Marienerscheinungen von Fatima für wahr und ließ öffentliche Andachten zu. So wurde der Ort nach und nach zu einem spirituellen Brennpunkt und Pilgerziel für die ganze Welt.

Die Portugiesin Lucia kam als jüngstes von sechs Kindern am 28. März 1907 in Aljustrel zur Welt. Nach der Umsiedelung nach Porto 1921 kam sie im Alter von 14 Jahren in die Schule der Schwestern der heiligen Dorothea im Außenbezirk Vilar. Am 24. Oktober 1925 trat Lucia dos Santos bei den Schwestern der heiligen Dorothea ein und wurde in der Folge in das Noviziat der portugiesischen Provinz des Institutes der seligen Paula Frassinetti in Tuy, einer alten spanischen Stadt an der Grenze zu Nordportugal, aufgenommen. Ihre ersten Gelübde legte sie am 3. Oktober 1928 ab, die ewigen Gelübde am 3. Oktober 1934. Mit dem Habit empfing sie den Namen Maria das Dores, Schwester Maria von der Schmerzensmutter.

Im Jahre1946 kehrte sie nach Portugal zurück, um zwei Jahre später in das Karmeliterinnenkloster der heiligen Teresa in Coimbra einzutreten. Am 13. Mai 1949 legte sie dort als unbeschuhte Karmeliterin die Profess ab und wählte den Namen Schwester Maria von Jesus und dem Unbefleckten Herzen.

Schwester Lucia ist die Autorin der beiden Bücher "Memoiren" und "Die Anliegen der Botschaft von Fatima". Darin erzählt sie, wie ihr die Jungfrau Maria und das Jesuskind noch Jahre nach der ersten Erscheinung mehrere Male erschienen sind.

Der Leichnam der Seherin wurde diesen Montag in die Kathedrale von Coimbra überführt. Dort feierte Bischof Antonio Cleto von Coimbra das Seelenamt, an dem auch Bischof Seraphim Ferreira e Silva von Leiria teilnahm. Wie die Nachrichtenagentur "Lusa" meldete, sollten die sterblichen Überreste anschließend wieder in das Kloster zurückgebracht werden. Im Laufe dieses Jahres wird Schwester Lucia gemäß ihrem Wunsch neben ihren verstorbenen Verwandten Francisco und Jacinta im Wallfahrtsort Fatima bestattet werden.

"Gottes Wille ist erfüllt worden, denn er hat uns durch Maria gesagt, dass Lucia einige Zeit auf Erden bleiben würde. Sie spielte eine entscheidende Rolle bei den Erscheinungen. Sie war es, die die Gruppe angeführt hatte, und sie war es auch, die mit unserer Jungfrau Maria gesprochen hat. Schwester Lucia war eine sehr wichtige Zeugin und Botschafterin Mariens", erklärte Msgr. Luciano Guerra, der dem Heiligtum in Fatima vorsteht.