Schwester Lucia wird uns auch im Himmel nicht vergessen

Portugiesische Bischöfe über die letzte Seherin von Fatima

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COIMBRA, 16. Februar 2005 (ZENIT.org).- In den Augen der Bischöfe ihres Heimatlandes Portugal ist die am Sonntag im 98. Lebensjahr verstorbene Schwester Lucia ein wahres "Glaubensvorbild".



In öffentlichen Stellungnahmen lobten die Bischöfe Portugals besonders die Diskretion der Karmeliterin, die in ihrer Kindheit zusammen mit ihren selig gesprochenen Vettern Francisco und Jacinta Marto im Jahre 1917 die himmlische Erscheinung der Jungfrau von Fatima geschaut hatte.

Bischof Albino Cleto von Coimbra nennt Lucia de Jesus dos Santos eine "demütige Person. Wann immer sie konnte, besann sie sich, um zu beten", sagte er. "Sie war immer offen für die Menschen, die mit ihr sprechen wollten", habe aber Öffentlichkeit und Werberummel gescheut. "Sie war eine wahre Karmeliterin", so der Bischof. Besonders vorbildhaft sei auch ihre Treue "zu all ihren Versprechungen in Übereinstimmung mit den Bitten unserer lieben Frau von Fatima" gewesen.

Kardinal José da Cruz Policarpo, Patriarch von Lissabon, betonte gegenüber Journalisten ebenfalls die Glaubenstreue von Schwester Lucia: "Wir haben eine Ordensfrau verloren, die ihre Berufung in großer Einfachheit lebte und nie danach strebte, Einfluss zu haben."

Im Gespräch mit der Nachrichtenagentur "Ecclesia" hob Bischof João Alves, Altbischof von Coimbra hervor, dass Schwester Lucia "durch den Frieden, in dem sie lebte, den Menschen großes Vertrauen einflößte". Ihr innerer Friede sie die "Frucht des Glaubens und einer andauernden Verbundenheit mit Gott" gewesen.

"Sie war ein sehr heiterer Mensch, der sich für die Probleme des Lebens interessierte, besonders für die der Armen. Obwohl sie in einem kontemplativen Kloster lebte, hielt sie sich – davon konnte ich mich überzeugen – über die großen Anliegen der Welt und der Kirche auf dem Laufenden." Bischof Alves, der mehrere Male mit der Seherin zusammengetroffen war, sagte, er besitze ein "sehr frohes und positives Andenken" an die verstorbene Portugiesin.

Menschlich gesprochen sei der Tod der letzten Seherin der Marienerscheinungen im Jahre 1917 in Fatima ein großer Verlust, erklärte der Bischof weiter, da er uns die Möglichkeit nehme, "eine privilegierte Glaubenszeugin sehen und hören zu können". Aber zumindest schenke uns das Bewusstsein Trost, "dass Schwester Lucia, die jetzt ganz nahe bei Gott ist, nicht auf uns vergessen wird".