Sechs Waffen für die Glaubensvermittlung: An erster Stelle steht sein Wort

Interview mit Bischof Vincent Ri Pyung-ho aus Süd-Korea

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Von Jan Bentz

VATIKANSTADT, 26. Oktober 2012 (ZENIT.org). – Bischof Vincent Ri Pyung-ho ist, neben einem Laien-Repräsentanten, der einzige koreanische Bischof, der an der Bischofssynode für die Neuevangelisierung teilnimmt. Seit 1990 ist er der Bischof der süd-westlichen Diözese Jeonju. Er ist Mitglied der Katholischen Bischofskonferenz von Korea (CBCK) und Spezialist für Bibelstudien. Bischof Ri ist Vorsitzender der bischöflichen Kommission für soziale Angelegenheiten und dem Komitee der Pastoral für Koreaner im Ausland. Er ist auch Mitglied der besonderen bischöflichen Kommission für die Förderung von Selig- und Heiligsprechungen der CBCK. ZENIT hatte Gelegenheit, im Rahmen der Bischofssynode mit ihm zu sprechen.

ZENIT: Exzellenz, mit welcher Aufgabe sind Sie hier bei der Synode betraut worden?

Vincent Ri Pyung-ho: Die Bischofskonferenz von Korea hat mich zum Verantwortlichen der Neuevangelisierung innerhalb eines besonderen Komitees ernannt. Dies ist der Grund, warum ich als Repräsentant für Korea an dieser Synode teilnehme.

ZENIT: Worin besteht das beste Instrument der Neuevangelisierung für die Kirche in Korea?

Vincent Ri Pyung-ho: Das Wichtigste für die Neuevangelisierung ist das Evangelium. Alles muss auf der Basis des Evangeliums als Prinzip gründen. Ich war der Verantwortliche für das Biblische Komitee der Bischofskonferenz Koreas und habe als Spezialist auch an der letzten Synode teilgenommen. Dort haben wir oft gehört, was auch in dieser Synode wiederholt wurde, dass nämlich die Basis für die Neuevangelisierung das Wort Gottes ist. Mit der Macht des Wortes und des Evangeliums ist man bereit, alles für Kirche und Gesellschaft zu tun. Wenn man es nicht hat, dann ist gleichgültig, welche guten Dinge man bewirken will, man wird immer ohne Fundament sein. Alles beruht auf diesem Prinzip.

ZENIT: Was sehen Sie als das größte Hindernis für die Neuevangelisierung in Korea? Ist es die Säkularisation, die aus dem Westen herüberschwappt?

Vincent Ri Pyung-ho: Die Säkularisation ist natürlich präsent. Trotzdem war Korea nie in einer Situation der „Nicht-Säkularisierung“. Im Vergleich zu anderen Teilen der Welt spürte die Kirche in Korea den Einschlag des Säkularismus sehr wenig. Wir haben in jedem Moment der Geschichte eigene Hindernisse zur Verbreitung des Glaubens. Aber unabhängig davon, wie groß die Hindernisse seien mögen, die grundlegende Frage ist: Bin ich wirklich mit den Waffen ausgerüstet, die uns der Herr gegeben hat? Im Brief an die Epheser gibt uns der Herr sechs Waffen. Eine der sechs ist offensiv, die anderen sind defensiv. Die offensive Waffe ist das Wort Gottes, das als zweischneidiges Schwert beschrieben wird. Wir können das Gleiche in der Geschichte der Versuchungen lesen. Ich glaube, wenn man diese Waffe hat, dann gibt es keinen Grund mehr, Angst zu haben.

ZENIT: Was hat Sie an dieser Synode am meisten beeindruckt?

Vincent Ri Pyung-ho: Im Zusammenhang dessen, was ich bereits gesagt habe, haben mich die Redebeiträge über das Wort Gottes und seine Wirkung am meisten berührt. Es ist keine intellektualistische Sache, das Wort Gottes lebt wirklich in unseren Herzen. Wenn das der Fall ist, dann wird alles in unserem persönlichen Leben bereit stehen…