Sechster Internationaler Kongress über Migrantenpastoral im Dezember

Fünf Jahre Instruktion „Erga migrantes caritas Christi“

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ROM, 30. April 2009 (ZENIT.org).- „Die Liebe Christi zu den Migranten drängt uns (vgl. 2 Kor 5,14), von neuem ihre Probleme aufzugreifen, die nunmehr die ganze Welt betreffen. Denn auf die eine oder andere Weise sind heute fast alle Länder mit dem Auftreten des Phänomens der Migration im gesellschaftlichen, ökonomischen, politischen und religiösen Bereich konfrontiert, und zudem nimmt dieses Phänomen immer mehr eine permanente und strukturelle Dimension an."

Mit diesen Worten hebt die Instruktion Erga migrantes caritas Christi (Die Liebe Christi zu den Migranten) an, die Papst Johannes Paul II. am 1. Mai 2004 unterzeichnet hat und vom Päpstlichen Rat der Seelsorge für die Migranten und Menschen unterwegs am darauf folgenden 3. Mai veröffentlicht wurde.

Das Dokument zielte darauf ab, „die Migrantenseelsorge - unter Berücksichtigung der neuen Migrationsströme und ihrer Besonderheit - der heutigen Situation anzupassen, denn es sind nun 35 Jahre vergangen seit der Veröffentlichung des Motu proprio Papst Pauls VI. 'Pastoralis migratorum cura' und der entsprechenden Instruktion der Bischofs-Kongregation 'De pastorali migratorum cura'", so heißt es in der Einleitung.

Fünf Jahre nach der Promulgierung des Dokuments wird der zuständige Päpstliche Rat vom 9. bis zum 12. Dezember im Vatikan den Sechsten Internationalen Kongress zur Migranten- und Flüchtlingspastoral durchführen. Das Motto der Veranstaltung lautet: „Eine pastorale Antwort auf das Migrationsphänomen im Zeitalter der Globalisierung".

Vertreter der bischöflichen Kommissionen für die Migrantenpastoral zahlreicher Länder werden an dem Kongress teilnehmen. So soll gewährleistet werden, dass Überlegungen zu zukünftigen Projekten Ausdruck derer sind, die überall auf der Welt in diesem Bereich der Seelsorge tätig sind. Darüber hinaus werden neben Experten auch Delegierte der Ordensinstitute, kirchlichen Bewegungen und Laienverbände an dem internationalen Treffen teilnehmen. Vertreter des Ökumenischen Rates der Kirchen, des Patriarchats von Konstantinopel, der Anglikanischen Gemeinschaft und des Lutherischen Weltbunds werden dem Kongress eine ökumenische Dimension verleihen.

Im Mittelpunkt der Arbeiten werden Fragen stehen, die mit dem Migrationsphänomen in ZUsammenhang stehen und eine nationale oder internationale Tragweite besitzen: Globalisierung, Urbanisierung, Kooperation zwischen der Kirche in den Herkunftsländern und der Kirche in den Zielländern, Aufnahme und Integration, der ökumenische, interreligiöse und interkulturelle Dialog sowie die Zusammenarbeit zwischen Kirchen und Religionen beziehungsweise zwischen kirchlichen und staatlichen Einrichtungen.

Zu den Vortragenden gehören die beiden Kardinäle Jean-Baptiste Pam Minh Mân (Vietnam) und Odilo Pedro Scherer (Brasilien) sowie Professor Stefano Zamagni (Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät, Universität Bologna). Der Höhepunkt des internationalen Kongresses wird die Audienz mit Papst Benedikt XVI. sein.