"Sei ein Hirte. Weil der Herr dich dazu berufen hat"

Predigt von Papst Franziskus in Santa Marta

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 392 klicks

Papst Franziskus betonte heute morgen in der Messe im Gästehaus Santa Marta die seelsorgerische Verantwortung der Priester gegenüber den Gläubigen. Die Bischöfe und Priester müssten sich stets die Frage stellen, ob ihre Liebe noch so tief wie am Anfang sei oder ob sie über die Alltagsgeschäfte etwas in den Hintergrund gerückt sei. „Vergiss niemals deine erste Liebe. Niemals“, so der Papst.

Er fuhr fort, dass die Priester drei Aspekte beachten müssten. Zuerst müsse es primäres Anliegen eines jeden Priesters sein, seiner Gemeinde ein Hirte zu sein, bevor er sich philosophischen und theologischen Studien widme. „Sei ein Hirte. Weil der Herr dich dazu berufen hat.“ Die zweite Frage, die sich jeder Priester, jeder Bischof, auch der Papst stellen müsse, sei ob er Priester oder ein Angestellter bei einer gemeinnützigen Stiftung sei, die Kirche heiße. Papst Franziskus erklärte, dass drittens für einen Hirten weder Ruhm noch Ehren existieren dürften.

Seine Predigt schloss der Papst mit der Aufforderung, nicht die Orientierung zu verlieren und Jesus zu folgen. „Wenn wir die Orientierung verloren haben oder nicht wissen, wie wir auf die Liebe antworten sollen; nicht wissen, wie wir als Hirten darauf antworten sollen; wenn wir keine Antwort wissen oder nicht die Gewissheit haben, dass der Herr uns auch in den dunkelsten Momenten des Lebens nicht allein lassen wird – dann sagt er zu uns ‚Folge mir nach‘. Das ist unsere Gewissheit.“ Der Herr möge allen Priestern und Bischöfen die Gnade geben, sich immer der ersten Liebe zu erinnern, Hirte zu sein und immer Jesus und seinen Spuren zu folgen.