Seid Apostel und Zeugen der Liebe: Papst Benedikt an die neuen Kardinäle

Bedingungslose Hingabe bis zum Blutvergießen

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ROM, 26. November 2007 (ZENIT.org).- Liebe und nicht Ehrsucht ist das Kennzeichen der Jünger Christi: Daran erinnerte Papst Benedikt XVI. am Samstag die Gläubigen während des Konsistoriums, in dessen Rahmen 23 neue Kardinäle kreiert wurden.



In seiner Predigt im Petersdom sagte der Heilige Vater: „Seid Apostel Gottes, der die Liebe ist, und Zeugen der Hoffnung des Evangeliums: Das christliche Volk erwartet das von euch. Nicht das Streben nach Macht und Erfolg, sondern die bescheidene Selbsthingabe zum Wohl der Kirche sollte jede unserer Gesten und jedes unserer Worte charakterisieren.“

Unter den neuen Kardinälen befinden sich sechs aus Italien, drei aus Spanien, zwei aus Argentinien und zwei aus den Vereinigten Staaten sowie jeweils einer aus Mexiko, dem Irak, Deutschland, Polen, Irland, Frankreich, Senegal, Indien, Brasilien und Kenia.

Der Bischof von Rom beschrieb die Berufung der Kardinäle als ein „Dienst der Liebe“ und erklärte: „Als Teil des Kardinalskollegiums ersucht euch Gott um den Dienst der Liebe, den er euch zugleich schenkt: Liebe zu Gott, Liebe zu seiner Kirche, Liebe zu unseren Brüdern – mit einer vollkommenen und bedingungslosen Hingabe ‚usque ad sanguinis effusionem‘, wie es in der Formel beim Aufsetzen des Biretts heißt und wie man an dem Gewand sieht, das ihr tragen werdet.“ Wahre christliche Größe besteht, so Papst Benedikt, „nicht im Herrschen, sondern im Dienen“.

In seiner Predigt erwähnte der Heilige Vater auch Bischof Ignacy Jez aus Koszalin-Kolobrzeg (Polen), der ebenfalls zu den neu ernannten Kardinälen hätte gehören sollen, aber am 16. Oktober, am Tag vor der Bekanntgabe der Kardinalsernennungen, im Alter von 93 Jahren gestorben war.

Mit der Erhebung der neuen Kardinäle besteht das Kollegium nunmehr aus 201 Mitgliedern, von denen 120 jünger als 80 Jahre alt sind und somit in einem Konklave wahlberechtigt wären. 104 Kardinäle stammen aus Europa, 20 aus Nordamerika, 34 aus Lateinamerika, 18 aus Afrika, 21 aus Asien und 4 aus Ozeanien.