Seid nicht scheinheilig und moralistisch!

Das Christentum sei keine Statistik von Regeln, so Papst Franziskus in der heutigen Messe in Santa Marta

Vatikanstadt, (ZENIT.org) | 514 klicks

Die Messe zelebrierten gemeinsam mit ihm Kardinal Marc Ouellet und Erzbischof Lorenzo Baldisseri, des Präfekten und des Sekretärs der Kongregation der Bischöfe, die von einigen Mitarbeitern begleitet wurden, ebenso wie der Präsident und der Sekretär des Päpstlichen Rats für Familienangelegenheiten, Erzbischof Vincenzo Paglia, und Msgr. Jean Laffitte, auch sie von Mitarbeitern begleitet.

Papst Franziskus nahm zum Anlass seiner heutigen Predigt die Protagonisten des heutigen Evangeliums, die mit ihrer Scheinheiligkeit Gottes Volk auf einen Weg ohne Ausweg führten. Insbesondere verurteilt der Pontifex die Eitelkeit der Schriftgelehrten und Pharisäer, ich und ihr Verhalten, den Gläubigen so viele Regeln aufzuerlegen. Er definierte sie „Scheinheilige der Statistik“, „Intellektuelle ohne Talent“ und sagte: „sie besitzen nicht den Verstand, Gott zu finden, Gott vernünftig zu erklären“. Indem sie das täten, verhinderten sie für sich selbst und für andere, Gottes Reich zu finden.

„Jesus sagt es selbst: ‚Ihr geht nicht hinein, und ihr lasst die anderen nicht hineingehen.‘ Sie sind sittentreu ohne Güte, sie wissen nicht, was Güte bedeutet. ‚Man muss das, das und das machen.‘ Sie füllen einen mit Regeln, aber ohne Güte. So wie diejenigen, die sich mit viel Stoff kleiden und so tun, als seien sie majestätisch, perfekt, aber sie haben keinen Sinn für Schönheit. Sie haben keinen Sinn für Schönheit. Sie schaffen es nur zu einer Schönheit wie der in einem Museum. Intelektuelle ohne Talent, sittlich ohne Güte. Das sind die Scheinheiligen, denen Jesu so viele Vorwürfe macht.“

Aber das sei noch nicht alles, so der Papst. Der Herr spreche noch von einer anderen Klasse von Scheinheiligen, denjenigen, die über das Heilige sprächen.

„Der Herr spricht vom Fasten, vom Gebet, von Almosen: die drei Säulen der christlichen Barmherzigkeit, der inneren Bekehrung, die die Kirche uns in der Fastenzeit anbietet. Auch auf diesem Weg gibt es die Scheinheiligen, die sich darin groß tun, zu fasten, Almosen zu verteilen, zu beten. Ich denke, wenn die Scheinheiligkeit in der Beziehung zu Gott an diesem Punkt ankommt, sind wir ziemlich nah daran, uns am Heiligen Geist zu versündigen. Diese Menschen wissen nichts von Schönheit, nichts von Liebe, nichts von der Wahrheit: Sie sind klein, feige.“

Der Pontifex stellt fest, wie sehr diese Scheinheiligkeit der Kirche schade, und verweist hingegen auf ein Vorbild, das uns ebenfalls im Evangelium begegne. Es handle sich um denjenigen, der in aller Bescheidenheit bete: „Habe Mitleid mit mir, oh Herr, ich bin ein Sünder.“ Das sei das Gebet, das wir jeden Tag beten müssten, so der Heilige Vater, in dem Wissen, dass wir Sünder seien, mit „konkreten Sünden, nicht theoretischen.“ Das sei das Gebet, so der Papst weiter, das uns dabei helfe, dem der Scheinheiligkeit entgegengesetzten Weg zu folgen.

„Aber wir alle haben auch die Gnade, die von Jesus Christus kommt: die Gnade der Freude, die Gnade der Großherzigkeit, der Offenheit. Der Scheinheilige weiß nicht, was Freude ist, was Offenheit ist, er weiß nicht, was Großherzigkeit ist.“