Seine Herrlichkeit mitten in dieser Welt

Rom, (ZENIT.org) | 863 klicks

Betrachtungen zum Weihnachtsevangelium von Papst Benedikt XVI.:

Unser Evangelium mündet in den Satz: „Wir haben seine Herrlichkeit gesehen…“ (Joh 1,14). Es könnte das Wort der Hirten sein, die vom Stall heimkehrten und ihr Erlebnis zusammenfassen. Es könnte das Wort sein, mit dem Maria und Josef ihre Erinnerung an die Nacht von Bethlehem beschrieben. Hier ist es die Rückschau des Jüngers, der aussagt, was ihm in der Begegnung mit Jesus geschah.

Und eigentlich sollten wir als Christen alle diesen Satz sagen können: „Wir haben seine Herrlichkeit gesehen.“ Ja, man könnte von da aus geradezu erklären, was glauben heißt: seine Herrlichkeit sehen mitten in dieser Welt.

Wer glaubt, sieht. Aber haben wir gesehen? Sind wir nicht doch blind geblieben? Sehen wir nicht immer nur uns selbst und unser Spiegelbild? Jeder kann außen nur das sehen, wzo es auch in ihm eine Entsprechung gibt.

Lassen wir uns vom Geheimnis dieses Tages die Augen auftun, uns sehen machen. Dann werden wir von selber auch als Sehende leben. Als Menschen, die nicht nur an sich selber denken, nicht nur sich selber kennen.

So können wir selber Träger des Lichtes werden, das von Bethlehem kommt und dann voll Zuversicht beten: „Adveniat regnum tuum“ – Dein Reich komme. Dein Licht komme. Deine Freude komme.

Predigt von Papst Benedikt XVI. in: Licht, das uns leuchtet, Herder 1999.