Seit 140 Jahren: Leben für junge Menschen

Don Bosco Schwestern feiern Jubiläum

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ROM, 3. August 2012 (ZENIT.org/Don Bosco). - Am 4. August 2012 ist großer Festtag bei den Don Bosco Schwestern: die Ordensgemeinschaft feiert ihr 140-jähriges Bestehen. In Österreich werden an diesem Tag auch die Jubilarinnen gefeiert und drei junge Schwestern erneuern ihre zeitlichen Gelübde. Der festliche Gottesdienst mit Salesianerbischof Ludwig Schwarz SDB aus Linz findet um 10:30 Uhr in der Hauskapelle der Don Bosco Schwestern in Vöcklabruck statt.

Zur Geschichte: Der heilige Johannes Bosco (1815 – 1888) wurde immer wieder gebeten, sein Wirken für die Jugend auch auf die Mädchen auszudehnen. Daher begleitete er eine Gruppe von jungen Frauen, die bereits ihr spirituelles Leben pflegten und apostolisch tätig waren. Elf von ihnen legten am 5. August 1872 ihre Profess ab und gründeten damit die „Töchter Mariä Hilfe der Christen“ (Don Bosco Schwestern). Unter ihnen war die heilige Maria Dominika Mazzarello (1837 – 1881), die der neu gegründeten Gemeinschaft als erste Generaloberin vorstand.

Die junge Gemeinschaft, die sich ganz der Erziehung und Bildung der Mädchen ihrer Zeit verschrieb, breitete sich wie ein Lauffeuer aus und erreichte bald alle Kontinente. Derzeit wirken rund 13.500 Don Bosco Schwestern in 94 Ländern. In Österreich führen die 72 Schwestern sozialpädagogische Einrichtungen, Kindergärten, Horte, Wohnheime, Schulen und ein Zentrum für Kinder, Jugendliche und Familien. Zusammen mit den Salesianern Don Boscos und dem Verein „Jugend Eine Welt“ sind sie Träger des Don Bosco Flüchtlingswerkes, das sich um unbegleitete minderjährige Flüchtlinge kümmert.

Das pastorale und pädagogische Anliegen, das die Don Bosco Schwestern und ihre Mitarbeiter leitet, hat den jungen Menschen, vor allem die junge Frau im Blick. Wie Don Bosco sind sie überzeugt, dass Kinder und Jugendliche jemanden brauchen, der sie auf ihrem Lebensweg begleitet, der ihnen Beheimatung schenkt und der unerschütterlich daran glaubt, dass sie im tiefsten ihres Wesens gut sind. In dieser Überzeugung haben die vier Profess-Jubilarinnen ihre Ordensjahre gelebt. Fragt man sie nach dem Motiv ihrer Lebensentscheidung, so kennen sie zwei Gründe: Der Ruf Gottes und die Liebe zu den jungen Menschen.

50 Jahre Profess

Schwester Ingeborg Hefel FMA wurde 1938 in Tisis (Vbg.) geboren. Nach dem Abschluss der Handelsschule und einigen Jahren Berufserfahrung folgte sie ihrer inneren Stimme und wurde Don Bosco Schwester. Nach der ersten Profess besuchte sie in Rottenbuch (D) das Seminar für Kindergartenpädagoginnen. Dieser Beruf kam nie wirklich zum Tragen, weil Sr. Ingeborg zunächst als Provinzsekretärin und dann als Oberin und Ökonomin sowohl auf Provinz- als auch auf Hausebene tätig war. Bis zum Frühjahr dieses Jahres leitete sie noch die Gemeinschaft des Wohn- und Pflegestockes in Vöcklabruck (OÖ) – eine Aufgabe, die sie mit viel Herz und Engagement ausübte. Aus gesundheitlichen Gründen musste sie die Aufgabe zurücklegen, bringt sich aber nach wie vor gerne in ihre Gemeinschaft ein. Viele Jahre lang pflegte sie auch die Kontakte zu den österreichischen Missionarinnen im Ausland und vermittelte u.a. Patenschaften nach Indien. Auf diese Weise trägt sie weiterhin dazu bei, dass junge Menschen eine gute Ausbildung und damit einen besseren Start in die Zukunft bekommen.

60 Jahre Profess

Schwester Caroline Binder FMA wurde 1931 in Pierbach (OÖ) geboren. Die Don Bosco Schwestern lernte sie in Linz kennen, wo sie zu den begeistertsten Besucherinnen des „Oratoriums“ gehörte. Die Schwestern faszinierten sie in ihrer Lebendigkeit und so entschied sie sich, das Leben mit ihnen zu teilen. Und an Lebendigkeit brachte sie selber auch wahrhaft viel mit. Sr. Caroline ist wegen ihrer schier unbegrenzten Kreativität und Einsatzfreude bekannt. Sie scheut keine Mühe, wenn es darum geht, andere Menschen für Jesus Christus zu begeistern: Sie tat dies als Kindergartenpädagogin, Lehrerin, Erzieherin und auch als Oberin. 1997 schloss sie die Ausbildung zur Tanzleiterin für Seniorentanz ab. Seither hat sie hunderte von Tänzen auswendig gelernt und anderen beigebracht. Trotz ihrer massiven Sehbehinderung und des fortgeschrittenen Alters leitet sie noch immer eine Sitztanzgruppe – sehr zur Freude ihrer Tänzerinnen und Tänzer. Sie lebt und wirkt im Wohn- und Pflegestock der Don Bosco Schwestern in Vöcklabruck (OÖ).

Schwester Margarete Kaltenegger FMA wurde 1931 in Zeltweg (Stmk.) geboren. Die Don Bosco Schwestern lernte sie in Linz kennen, wo sie die Nähschule besuchte. Um Geld zu verdienen und so die Familie zu unterstützen, arbeitete sie anschließend als Küchengehilfin im Kinderheim am Viktorsberg (Vbg.). Die Begegnungen mit den Schwestern und das Leben mit ihnen rührten sie zutiefst an, sodass auch in ihr die Entscheidung heranreifte, ihr Leben ganz Gott zu schenken. Nach der Profess trat sie ihren Dienst als Köchin an. Sechsundvierzig Jahre lang versorgte sie eine nicht mehr zählbare Schar von Kindern und Jugendlichen. Auch die Mitschwestern kamen in den Genuss ihrer Kochkünste. Nach ihrer „Pensionierung“ widmete sie sich noch den kranken Mitschwestern in Klagenfurt und war eine liebenswürdige Pförtnerin. Bedingt durch eine große gesundheitliche Krise fand sie den Weg in den Wohn- und Pflegestock der Don Bosco Schwestern in Vöcklabruck (OÖ). Soweit es ihre Kräfte zulassen, kümmert sie sich auch dort noch mit viel Aufmerksamkeit um eine ältere und auf vielerleiweise hilfsbedürftige Mitschwester.

Schwester Luzia Schöch FMAwurde 1924 in Göfis (Vbg.) geboren. Der Wunsch, in ein Kloster gehen, begleitete sie lange. Da die Brüder einrücken mussten, wurde sie allerdings bis 1948 in der familieneigenen Landwirtschaft gebraucht. Danach fragte sie bei zwei Ordensgemeinschaften an, ob sie eine Küchenhilfe brauchen könnten. Dank deren Absage, landete sie bei den Don Bosco Schwestern am Viktorsberg – und blieb dort hängen. Nach dem Noviziat in Rottenbuch (D) versah sie einige Jahre Dienst bei den Kindern. Anschließend absolvierte sie in Innsbruck die Ausbildung zur Diplomkrankenschwester. Diesen Beruf übte sie allerdings nie aus, weil sie unmittelbar danach in den Leitungsdienst gerufen wurde. Sie war jahrelang Oberin in verschieden Gemeinschaften und als Ökonomin für die wirtschaftlichen Angelegenheiten zuständig. Das Leben der Provinz gestaltete sie über mehrere Jahre hinweg auch als Provinzrätin mit. Seit 1998 ist Sr. Luzia in Baumkirchen (T). Sie bringt sich dort noch mit vielen kleinen Handgriffen ein und kümmert sich auf beeindruckende Weise um ihre älteren Geschwister in der Heimat.

Professerneuerung

Die Don Bosco Schwestern freuen sich über jede junge Frau, die den Weg zu ihnen findet. Zurzeit gibt es vier Juniores. Drei von ihnen werden am 4. August ihre zeitliche Profess erneuern. Eine davon nur für kurze Zeit, da sie im Herbst ihre Ewige Profess ablegen wird.

Ewige Profess

Schwester Elisabeth Siegl FMA(* 1975) wird am 8. September in ihrer Heimatpfarre Klosterneuburg (NÖ) ihr definitives JA zur Nachfolge Jesu in der Gemeinschaft der Don Bosco Schwestern sagen. Nach zehn Jahren des Kennenlernens und Hineinwachsens in die Ordensgemeinschaft ist sie nun bereit, sich für immer zu binden. Sr. Elisabeth, eine begeisterte Fußballerin, ist Religionslehrerin an den Don Bosco Schulen in Vöcklabruck (OÖ) und ein engagiertes Mitglied des dortigen Schulpastoralteams. Beide Aufgaben entsprechen ihrem Herzensanliegen: Jungen Menschen von Gott zu erzählen und sie für Jesus Christus zu begeistern!