Sekretär der Deutschen Bischofskonferenz: „Dem Embryo sind Lebensrecht und uneingeschränkter Lebensschutz vom Zeitpunkt der Befruchtung an geschuldet“

Pater Dr. Hans Langendörfer SJ zur Debatte um die Stammzellforschung

| 268 klicks

BONN, 9. Mai 2007 (ZENIT.org).- Wir veröffentlichen die Stellungsnahme, die der Sekretär der Deutschen Bischofskonferenz, Jesuitenpater Hans Langendörfer, zur öffentlichen Anhörung des Ausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung des Deutschen Bundestages zum Thema „Stammzellforschung“ abgegeben hat. Die Anhörung fand heute in Berlin statt.



P. Langendörfer wies auf drei Grundsätze hin, die es bei der Erarbeitung neuer Richtlinien zu beachten gelte.

* * *



Heute führt der Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung des Deutschen Bundestages eine öffentliche Anhörung zum Thema „Stammzellforschung“ durch. Die Deutsche Bischofskonferenz begrüßt grundsätzlich eine sorgfältige Klärung der ethischen Fragen, ohne die der Gesetzgeber seiner Verantwortung nicht entsprechen kann. Wir nehmen die heutige Anhörung deshalb zum Anlass, erneut an folgende Grundsätze zu erinnern:

1. Als Embryo in vitro sind menschliche Lebewesen in besonderer Weise der Einfluss- und Missbrauchsmöglichkeit Dritter ausgesetzt. Dem Embryo sind Lebensrecht und uneingeschränkter Lebensschutz vom Zeitpunkt der Befruchtung an geschuldet. Jede andere Prämisse, die etwa den Lebensbeginn zu einem späteren Zeitpunkt ansetzt oder dem frühen Embryo Lebensschutz nur in abgestufter Weise zugesteht, stößt unter ethischem Gesichtspunkt auf grundlegende Bedenken.

2. Eine angestrebte Therapie oder Heilung für bisher noch unheilbare schwere Erkrankungen – so wünschenswert sie wäre – ist nicht losgelöst zu sehen von den Methoden, mit denen sie erreicht werden soll, und von deren Folgen. Wo diese Methoden eine Vernichtung embryonaler Menschen einschließen, erweisen sie sich als inakzeptabel. Dies ist bei der Gewinnung menschlicher embryonaler Stammzellen der Fall, die die Tötung menschlicher Embryonen voraussetzt. Die Förderung selbst hochrangiger Forschungsinteressen darf unter keinen Umständen dazu führen, dass embryonale Menschen verzweckt und wie ein Rohstofflager angesehen werden. Man darf nicht den Lebensschutz der Forschungsfreiheit unterordnen.

3. Die Förderung alternativer ethisch unbedenklicher Methoden auf dem Weg zu neuen Möglichkeiten von Therapie und Heilung (z. B. die verstärkte Forschung an adulten Stammzellen) ist noch längst nicht ausgeschöpft und sollte verstärkt werden.

Pater Dr. Hans Langendörfer SJ
Sekretär der Deutschen Bischofskonferenz

[Von der Deutschen Bischofskonferenz veröffentlichtes Original]