Selbst Apostel sein: Papst Benedikt XVI. empfängt 5.000 jugendliche Missionare aus Spanien

Der Anstoß zur Mission erwächst in einem Herzen, das Gott ganz ergeben ist

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CASTEL GANDOLFO, 16. August 2007 (ZENIT.org).- Papst Benedikt XVI. empfing am 9. August in Castel Gandolfo 5.000 Jugendliche aus Spanien, die an einer außergewöhnlichen Jugendmission der katholischen Kirche im Raum Madrid beteiligt waren. Misión Joven wird als nachhaltiges Jugendprojekt von 2006 bis 2008 in der spanischen Hauptstadt durchgeführt.



„Als Jugendliche seid ihr daran, über eure Zukunft zu entscheiden. Tut das im Lichte Christi, indem ihr ihn fragt: Was willst du von mir? Dann folgt mit Großzügigkeit und voller Vertrauen den Weg, den er euch zeigt“, riet Papst Benedikt XVI. seinen jungen Gästen. „Mit größter Genugtuung empfange ich euch heute, liebe Jugendliche, die ihr an der Jugendmission der Erzdiözese Madrid und der Diözesen dieser Kirchenprovinz teilgenommen habt.“

Der Heilige Vater würdigte die fruchtbare Erfahrung der jungen Leute mit der „misión joven“, indem er sie aufs herzlichste Willkommen hieß: „Ihr seid in Begleitung von Herrn Kardinal Antonio Maria Rouco Varela gekommen, dem Erzbischof von Madrid, dem ich für die liebenswürdigen Worte danke, die er im Namen seiner Weihbischöfe und der Bischöfe von Getafe und Alcala de Henares und natürlich auch in euer aller Namen an mich gerichtet hat… Ihr wolltet dem Nachfolger des Apostels Petrus eure Zuneigung bekunden, aber auch eure Entschlossenheit zur Hingabe und zum Dienst an der Kirche Jesu Christi.“ Getaufte seien sich dessen bewusst, dass sie zur Heiligkeit und zur echten Mitgliedschaft in der Kirche berufen seien.

Besonders ging der Papst auf die „eindrucksvollen Zeugnisse“ einiger Jugendlichen ein, denen er „mit Aufmerksamkeit“ gefolgt sei. „Mir hat die Intensität gefallen, mit der sie die Rahmenbedingungen eines Missionars gelebt haben, und auch, wie bunt bestimmte Facetten des Lebens werden, wenn man sich entschieden hat, Christus zu verkünden: die Begeisterung, die sich nach der Verkündigung einstellt, wenn man mit Überraschung feststellt, dass das Evangelium – im Gegensatz zu dem, was viele denken – die jungen Leute tief anzieht.“

Papst Benedikt bezog sich in diesem Zusammenhang auf „die Entdeckung der ganzen Vielfalt des christlichen Lebens“ und die „Feinheit und Schönheit der Liebe“. Er sprach von der Schönheit eines Familienlebens unter dem Blick Gottes ebenso wie von der wunderbaren „Entdeckung einer unerwarteten Berufung Gottes, um ihm als Priester zu dienen“.

Die Besichtigung jener Orte, an denen Petrus und Paulus das Evangelium verkündet und ihr Leben für den Herrn hingegeben hatten beziehungsweise wo so viele der ersten Christen verfolgt worden waren und das Martyrium erlitten hatten, habe den Jugendlichen neu vor Augen geführt, warum der Glaube an Jesus Christus der Mission bedürfe – dieser Glaube, „der die Horizonte eines neuen Lebens, der authentischen Freiheit und einer Hoffnung aufreißt, die keine Grenzen kennt“. Der Anstoß zum missionarischen Wirken keime in einem Herzen auf, „das Gott ganz und gar ergeben ist“. Ein solches Herz befähige zum mutigen Zeugnis für den, der Weg, Wahrheit und Leben ist.

„So geschah es hier in Rom vor vielen Jahrhunderten, inmitten einer Atmosphäre, die Christus, den einzigen Retter der Menschen und der Welt, nicht kannte; so ist es immer geschehen, und so geschieht es auch heute, wenn ihr euch umseht und merkt, wie viele Menschen ihn vergessen haben oder ihn verleugnen, weil sie geblendet sind von vielen flüchtigen Träumen, die ihnen vieles versprechen, aber ihr Herz leer bleiben lassen.“

In diesem Sinn ermutigte der Heilige Vater die Jugendlichen, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen: „Bezeugt euren Gefährten das wunderbare Geschenk, sich von Gott geliebt zu wissen – die einzige Liebe, die uns nie im Stich lässt und niemals zur Neige geht.“ Inständig bat er sie, „die Pflege des persönlichen Umgangs mit Christus“ nie zu vernachlässigen: Wenn man Christus im Herzen trage, ihn sich dort bewahre und ihn immer als Mittelpunkt ansehe, so verwandle sich das ganze Leben in Mission: „Ihr werdet durchsichtig für Christus, der in euch lebt!“

Ehe der Papst den Jugendlichen seinen Apostolischen Segen erteilte und sich verabschiedete, gab er allen den Rat, bei Maria Zuflucht zu suchen, um den jeweiligen Verpflichtungen in Treue nachkommen zu können. Die Jungfrau Maria, Königin der Apostel und Mutter der Kirche, sei das „Beispiel jener mütterlichen Liebe, von der alle beseelt sein müssen, die in der apostolischen Sendung der Kirche zur Wiedergeburt der Menschen mitwirken“, fügte der Papst mit Worten der Dogmatischen Konstitution Lumen gentium über die Kirche (65) hinzu.