Selige Maria Luisa Prosperi (1799-1847)

Eine benediktinische Äbtissin

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 359 klicks

Gertrude Prosperi wurde am 15. Augsut 1799 in Fogliano di Cascia bei Perugia geboren. Ihre Familie, die dem Lokaladel angehörte, verfügte über bescheidene finanzielle Mittel. Mit fast 20 Jahren, am 4. Mai 1820, entschied sich Gertrude Prosperi, in den Orden der Benediktinerinnen im Kloster Santa Lucia in Trevi einzutreten. Hier lebte sie von 1822 bis 1834 und verrichete verschiedene Tätigkeiten, von der Krankenschwester bis hin zur Ausbildenden.

Maria Luise verlebte ruhige Jahre, doch immer wieder wurde sie von Visionen heimgesucht. Sie hatte Erscheinungen Jesu mit dem Kreuz auf den Schultern, der zu ihr sprach. Bei ihren Mitschwestern stießen ihre Visionen auf wenig Verständnis; sie selbst erlegte sich schwere Kasteiungen auf. Der neue Erzbischof von Spoleto, Msgr. Ignazio Giovanni Cadolini, war es schließlich, der Maria Luise aufforderte, ihre Visionen niederzuschreiben. Ihre Texte zeichnete sie mit dem Namen Maria Luise.   

Am 1. Oktober 1837 wurde Maria Luise, vollkommen unerwartet, zur neuen Äbtissin gewählt. Sie war seit ihrem Eintritt in das Kloster bei allen für ihre freundliche Art und Hilfsbereitschaft bekannt. Das Amt behielt die Selige bis zu ihrem Tod am 12. September 1847 inne. Ihre sterblichen Überreste ruhen in Santa Lucia in Trevi.

Der Heiligsprechungsprozess wurde 1914 vom Bischof von Spoleto, Pietro Pacifici, beantragt. Nachdem das Verfahren durch die beiden Weltkriege unterbrochen worden war, wurde es am 13. Dezember 1987 wiederaufgenommmen. Am 19. Dezember 2011 unterzeichnete Benedikt XVI. das Dekret; am 10. November 2012 erfolgte die Seligsprechung in der Kathedrale von Spoleto durch Kardinal Angelo Amato. Die letzte Heiligsprechung war im Dom von Spoleto am 30. Mai 1232 erfolgt, als Gregor IX. Antonius von Padua heiligsprach.

Nach dem Angelus am 11. November erklärte Benedikt XVI.: „Gestern ist in Spoleto Maria Luisa Prosperi seliggesprochen worden. Sie lebte in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts und war Ordensfrau und Äbtissin im Benediktinerinnenkloster von Trevi. Zusammen mit der ganzen benediktinischen Familie und der Diözesangemeinschaft von Spoleto-Norcia wollen wir den Herrn für diese seine Tochter preisen, die er in einzigartiger Weise am Leiden Christi teilhaben ließ.“