Selige Maria Luise Merkert

Mutter der Armen

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ROM, 14. November 2012 (ZENIT.org). - „Nehmen wir uns die Selige zum Vorbild, um gerade den Armen und Bedürftigen in unserer Nähe die Liebe Gottes zuzuwenden“, mit diesen Worten ehrte Papst Benedikt XVI. während des Angelus am 30. September 2007 Maria Luise Merkert, die am selben Tag von Kardinal José Saraiva Martins in Neisse seliggesprochen worden war.

Maria Luise Merkert, die am 21. September 1817 in Neisse (Oberschlesien) geboren worden war, traf bereits in jungen Jahren die Entscheidung, ihr Leben in den Dienst der Armen und Kranken zu stellen. So betätigte sie sich zusammen mit ihrer Schwester Mathilde seit 1842 im Frauenverein für ambulante Krankenpflege. Zwei Jahre später setzte sie mit Oberkaplan Franz Fischer die Vereinsstatuten für den „Schwesternverein zur Pflege hilfloser Kranker unter dem Schutz des allerheiligten Herz Jesu“ auf. Im selben Jahr trat Maria Merkert der Kongregation der Borromäerinnen bei, die sie aber bereits 1850 wieder verließ. Maria sah ihre Berufung in der Krankenpflege, nicht in der Krankenhausarbeit.

Deshalb gründete sie gemeinsam mit Franziska Werner am 19. November 1850, dem Tag der heiligen Elisabeth, die auch gleichzeitig als Patronin der Gemeinschaft gewählt worden war, die „Grauen Schwestern von der heiligen Elisabeth“. Bereits neun Jahre später wurde der Sankt-Elisabeth-Verein als kirchliche Gemeinschaft anerkannt und Maria Merkert wurde seine erste Generaloberin. Im folgenden Jahr, am 5. Mai 1860, legte Maria Merkert die Profess ab.

Zur Finanzierung der Aktivitäten des Sankt-Elisabeth-Vereins gründete Maria Merkert am 8. Januar 1864 in Neisse die Katholische Wohltätigkeitsanstalt zur heiligen Elisabeth (KWA), die von König Wilhelm I. am 23. Mai desselben Jahres als juristische Person anerkannt wurde. Die Gemeinschaft gewann immer mehr Zulauf, auch auf internationaler Ebene. Während des dänischen Kriges kümmerte sich die Gemeinschaft mit als eine der ersten um Verwundete.

Die päpstliche Approbation erfolgte am 7. Juni 1871 durch Papst Pius IX.

Nur wenige Monate später, am 14. November 1872 verstarb Maria Merkert. Zum damaligen Zeitpunkt gehörten circa 440 Schwestern dem Orden in insgesamt 87 Niederlassungen an. Heute sind es circa 10.000 Schwestern.

Die sterblichen Überreste von Maria Merkert und Franziska Werner wurden am 16. Juli 1964 in die Krypta der Sankt Jakobus-Kirche in Neisse überführt und befinden sich bis heute in einer Seitenkapelle der Kirche.

Das Seligsprechungsverfahren wurde von Bischof Alfons Nossol von Oppeln am 19. Februar 1985 eröffnet. Die Seligsprechung „der lieben Mutter aller“, „der Mutter der Armen“, „der schlesischen Samariterin“ Maria Luise Merkert erfolgte schließlich am 30. September 2007 durch Papst Benedikt XVI. [bd]