Seligsprechung der 188 Märtyrer von Nagasaki, größte Menschenansammlung in der Geschichte Japans

Erzbischof Joseph Mitsuaki Takami: Wir müssen heute das Evangelium verstärkt verkünden

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ROM, 13. Dezember 2007 (ZENIT.org).- Für das kommende Jahr rechnet man mit der größten Menschenansammlung in der Geschichte Japans. Das haben die japanischen Bischöfe haben bei ihrem diesjährigen „Ad-limina“-Besuch bei Papst Benedikt XVI. in Rom, der normalerweise alle fünf Jahre stattfindet, mit Blick auf die Vorbereitungen zur Seligsprechung der 188 Märtyrer von Nagasaki Jahr erklärt.



Der Bischof von Rom empfing Erzbischof Joseph Mitsuaki Takami von Nagasaki am Montag, der später mit dem „Osservatore Romano“ über die Vorbereitungen der großen Feier sprach, die Asien am 24. November 2008 erleben wird.

Bereits am 1. Juni hatte Papst Benedikt XVI. die Seligsprechung des Jesuitenpater Pietro Kibe Kasui und seiner 187 Begleiter, die zwischen 1603 und 1639 ermordet worden waren, offiziell bestätigt. Unter den 188 japanischen Märtyrern, die zur Ehre der Altäre erhoben werden, befinden sich ein Priester, vier Ordensleute und Laien.

Pater Kibe, ein Konvertit, gelangte auf der Flucht vor der Regierung bis nach Rom, wo er in die Gesellschaft Jesu eintrat und Priester wurde. Anschließend kehrte er nach Japan zurück, um den unterdrückten Gläubigen in seiner Heimat beizustehen und sie zu betreuen. 1639 wurde er gefangen genommen, gefoltert und in Tokio getötet. (ZENIT berichtete).

„Alle anderen waren Laien, unter ihnen viele Frauen und Kinder“, erklärte Erzbischof Takami. „Unter den ermordeten Gläubigen gehörten einige zu den Samurai“, weshalb sie wussten, „wie man mit Waffen umgeht“. Sie hätten sich auch selbst verteidigen können, zogen es aber vor, für Christus in den Tod zu gehen

Der Hirte erklärte, dass die ersten Missionare im Jahre 1549 mit dem heiligen Franz Xaver im Süden Japans angekommen waren. „Die Anfänge waren sehr ermutigend. Es gab viele Bekehrungen.“ Dann habe sich die Situation allerdings „rapide verschlechtert“, fügte der Erzbischof hinzu.

„Von 1603 bis 1639 nahmen die Verfolgungen zu, bis es schließlich zur Vertreibung aller Missionare und der Ermordung derjenigen kam, die den Glauben an Christus bekannten“, fuhr der 61 Jahre alte Würdenträger fort. „Darüber hinaus wurde der gesamte Archipel für Ausländer geschlossen. Es gab nur zwei Ausnahmen: niederländische und chinesische Kaufleute, die sich in den Hafenregionen von Nagasaki unter die direkte Kontrolle der zentralen Macht stellten.“

Erzbischof Takami sagte, er bete und hoffe, dass die Seligsprechungen den Glauben der Katholiken in Japan stärken mögen. „Die vorherrschende Kultur verführt die neuen Generationen zu Konsum und Hedonismus“, beklagte er. „Es ist notwendig, dass wir uns darum bemühen, das Evangelium mehr zu verkünden.“

In Japan, das als „Land der aufgehenden Sonne“ bekannt ist, leben heute rund 450.000 Katholiken. Mehr als 80 Prozent der rund 128 Millionen Menschen bekennen den Shintō und den Buddhismus.

[Von Marta Largo; Übersetzung von Angela Reddemann]