Seligsprechung von 124 Märtyrern während Papstreise nach Südkorea

Reise vom 14. bis 18. August 2014

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 392 klicks

Papst Franziskus wird vom 14. bis zum 18. August 2014 nach Südkorea reisen. Einer der während der Reise vorgesehenen Programmpunkte wird die Seligsprechung von 124 Märtyrern sein, die zwischen 1791 und 1888 den Tod fanden.

Pater John Jong-su Kim, Rektor des koreanischen Kollegs in Rom, erklärte in einem Interview mit der italienischen Redaktion von ZENIT, dass der Besuch des Papstes in Südkorea nicht nur von den Christen, sondern von der gesamten Bevölkerung begrüßt werde. In Südkorea werde das Christentum mit Werten wie „Solidarität, Gerechtigkeit und Friede“ gleichgesetzt.

Zu den Märtyrern, die Papst Franziskus seligsprechen werde, zähle auch der erste Priester in der koreanischen Geschichte, Zhou Wen-Mo. Zhou Wen-Mou war ein chinesischer Pater, der Weihnachten 1794 nach Korea kam.

Die Verfolgungen nahmen 1791 ihren Anfang mit dem Erlass eines Edikts durch die Chosun-Dynastie, die im Christentum eine Bedrohung der eigenen Kultur sah. Heute herrscht in Südkorea Religionsfreiheit. Zehn Prozent der Gesamtbevölkerung sind katholischer Konfession. Auf die Situation in Nordkorea angesprochen, antwortet Pater John: „Von außen sieht es immer aus, als befänden wir uns am Rand eines Konflikts, aber in Wirklichkeit leben die Koreaner in einer Situation relativer Ruhe.“ In Nordkorea, erklärt er weiter, gebe es eine Lokalkirche, die von der Regierung gegründet worden sei und von einem Laien geleitet werde. Die Mitglieder dieser Kirche wüssten die christlichen Gebete und Lieder auswendig, doch leider handle es sich nur um Propaganda der Regierung. In Wirklichkeit herrsche große Not in Nordkorea, weshalb die Katholiken in Südkorea karitative Werke ins Leben gerufen hätten, um ihren Landsleuten im Norden zu helfen.

Der Besuch von Papst Franziskus ist nicht der erste apostolische Besuch, den Südkorea erlebt. Bereits 1984 hatte der selige Johannes Paul II. das Land bereist.