Seligsprechung von 498 Martyrern aus dem Spanischen Bürgerkrieg am Sonntag

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ROM/SALAMANCA, 26. Oktober 2007 (ZENIT.org).- Kardinal Saraiva Martin, Präfekt der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse, wird am Sonntag im Namen des Papstes vor 70 spanischen Bischöfen 498 spanische „Märtyrer des 20. Jahrhunderts“ auf dem Petersplatz in Rom zru Ehre der Altäre erheben (ZENIT berichtete. Bei der größten Seligsprechung aller Zeiten werden mehr als 1.000 Priester konzelebrieren. Die spanische Bischofskonferenz erklärte am Donnerstag, dass vermutlich 2.500 Angehörige der Märtyrer an der Heiligen Messe teilnehmen werden.



Die Glaubenszeugen aus der Zeit des Spanischen Bürgerkriegs stehen nach Worten des Bischofs von Salamanca über den kriegerischen ideologischen Streitigkeiten, deren Opfer sie wurden. „Das Zeugnis der Märtyrer“, so Bischof Carlos López Hernández in einem Schreiben, dass die spanische Zeitschrift „Ecclesia“ veröffentlichte, „war viel stärker als die Nachstellungen und Gewalttaten derer, die die Religion angriffen.“ Niemanden hätten sie angeklagt. Für die Gläubigen der heutigen Zeit seien sie Vorbilder der Treue und – vor allem für die spanische Gesellschaft – eine „Einladung zu Versöhnung, Frieden und Vergebung ohne Grenzen“.

Zwölf der neuen Seligen stammen aus der Diözese von Bischof López Hernández. Er wies darauf hin, dass sie – genauso wie all die anderen – „der größten Glaubensverfolgung des vergangenen Jahrhunderts“ zum Opfer gefallen seien.

Seit Monaten ist in Spanien eine öffentliche Diskussion im Hinblick auf diese Seligsprechungsfeier im Gang, die mit der Vergangenheitsbewältigung der unseligen Bürgerkriegszeit (1936-1939), ihren 500.000 Toten und der darauf folgenden Diktator von General Francisco Franco zu tun hat, die bis 1975 Zehntausende von Opfern gefordert hat. Rund 30.000 Menschen gelten bis heute als verschwunden. Die spanischen Bischöfe haben deshalb besonders hervorgehoben, dass der Festakt am Sonntag gegen niemanden gerichtet sei.

„Die Märtyrer lagen mit niemanden im Krieg“, so bekräftigte der Oberhirte von Salamanca. Sie seien allein deshalb „verfolgt und umgebracht worden, weil sie katholisch waren“.