Seligsprechung von Jacinto de los Ángeles und Juan Bautista vor elf Jahren

Zwei mexikanische Märtyrer aus dem 17. Jahrhundert

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 825 klicks

„Da Juan Bautista und Jacinto de los Ángeles ihr Blut für Christus hingegeben haben, wurden sie zu wahren Märtyrern des Glaubens. … Diese beiden christlichen Indios, die sich durch ein tadelloses persönliches und familiäres Leben auszeichneten, erlitten das Martyrium in freudiger Treue gegenüber ihrem Taufversprechen und gegenüber dem katholischen Glauben. Sie mögen ein Vorbild sein für die Laiengläubigen, die im alltäglichen Leben zur Heiligkeit berufen sind“, führte der selige Johannes Paul II. während der Seligsprechung am 1. August 2002 in Mexiko-Stadt aus.

Jacinto de los Ángeles und Juan Bautista stammten aus San Francisco Cajonos in Oaxaca, Mexiko. Juan Bautista war mit Josefa de la Cruz verheiratet; aus der Ehe ging eine Tochter namens Rosa hervor. Jacinto de los Ángeles war Abkömmling eines bedeutenden Oberhauptes vom Stamm der Zapoteca und besaß, wie Juan Bautista, eine Familie; mit seiner Frau Petrona de los Ángeles hatte er zwei Kinder, Juan und Nicolasa.

Seit 1529 war der christliche Glaube in Mexiko präsent. Oaxaca war gerade erst zum christlichen Glauben bekehrt worden, und so oblag es den beiden Seligen, Sorge dafür zu tragen, dass die Grundsätze des christlichen Glaubens in der Gemeinde befolgt würden. Außerdem erstatteten sie den kirchlichen Würdenträgern Bericht über auftauchende Probleme. Aus den Briefen, die von den Dominikanern Bruder Alonso de Vargas und ruder Gaspar de los Reyes anlässlich der Anschuldigung des heiligen Franziskus von Cajonos verfasst wurden, geht hervor, dass Juan und Jacinto als Anwälte tätig waren.

Die Ereignisse des 14. September 1700 sollten den beiden Seligen zum Verhängnis werden. Juan und Jacinto hatten nämlich in Erfahrung gebracht, dass am Abend im Haus des Indios José Florio eine Götzenanbetung stattfinden sollte. Sie mischten sich unter die Besucherschar. Als sie sich zu erkennen gaben, brachen die Indios die Zeremonie ab und flohen unvermittelt. Juan und Jacinto nahmen die zurückgelassenen Götzengegenstände an sich und brachten sie in den Konvent der Dominikaner. Die Indios wollten die Angelegenheit nicht auf sich beruhen lassen und zogen am Abend des Folgetages zu dem Konvent, um die Herausgabe der beiden Seligen zu erwirken, andernfalls drohten sie, den gesamten Konvent zu vernichten. Doch Bruder Gaspar und Bruder Alonzo gaben nicht nach. Erst als ein Brand in der Nähe des Hauses von Juan gelegt worden war, entschlossen sich Juan und Jacinto, sich den Indios auszuliefern, um das Leben der Brüder nicht in Gefahr zu bringen.   

Juan sprach: Hier bin ich. Wenn ihr mich morgen töten müsst, tut es jetzt.“ Jacinto legte noch einmal die Beichte ab und empfing die Kommunion; er wollte „für die Liebe Gottes sterben, ohne den Gebrauch von Waffen.“

Nach furchtbarer Folter starben Juan und Jacinto am 16. September den Märtyrertod. Der selige Johannes Paul II. erklärte: „Obwohl sie schwere Qualen zu ertragen hatten, antworteten sie mit Entschlossenheit auf die Aufforderung, den katholischen Glauben zu verleugnen und sich dadurch zu retten: ‚Unserem Taufversprechen gemäß werden wir dem wahren Glauben stets folgen.‘ Dieses leuchtende Beispiel zeigt uns, dass wir nichts, nicht einmal das eigene Leben, dem Taufversprechen vorziehen dürfen, so wie dies die ersten Christen taten, die – durch die Taufe erneuert – sich von jeder Form des Götzendienstes abwendeten (vgl. Tertullian, „De baptismo“, 12, 15).“

Die sterblichen Überreste der beiden Seligen wurden in eine Grube geworfen; möglicherweise wurden sie anschließend eingesammelt und in der Kirche von Villa Alta aufbewahrt. 1889 wurden sie dem Bischof Eulogio G. Gillow y Zavalza von Oaxaca übergeben, der sie in die Kathedrale von Oaxaca überführte. Hier werden sie auch heute noch verehrt.

„Die neuen Seligen, Frucht der Heiligkeit der ersten Evangelisierung unter den Zapoteken, ermutigen die heutigen Indios, ihre Kultur, ihre Sprache und vor allem ihre Würde als Kinder Gottes wertzuschätzen. Diese Würde müssen die anderen Menschen im Kontext der mexikanischen Nation achten, die mit ihrer Bevölkerung unterschiedlicher Abstammung bereit ist, in Solidarität und Gerechtigkeit eine gemeinsame Familie aufzubauen. Das Vorbild dieser beiden Seligen zeigt uns, wie wir – ohne die Bräuche der Vorfahren zum Mythos zu machen und ohne auf die eigene Kultur zu verzichten – zu Gott gelangen können, wenn wir uns vom Licht Christi erleuchten lassen, der den religiösen Geist der besten Traditionen der Völker erneuert“, so der selige Johannes Paul II. .