Seligsprechung von Kardinal Van Thuan möglich

Am 5. Juli enden die Untersuchungen

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 373 klicks

Am kommenden Freitag, nach etwas mehr als zweieinhalb Jahren, enden die Untersuchungen  über das Leben und Wirken des vietnamesischen Kardinals Francois-Xavier Van Thuân, der am 16. September 2002 verstarb. Nach einer Messe in der Basilika Sant’Antonio di Padova in Rom wird im Auditorium Antonianum die italienische Übersetzung der sechs zwischen 1968 und 1973 von Van Thuân verfassten pastoralen Briefe vorgestellt werden.  Unter der Herausgeberschaft des Päpstlichen Rates für Recht und Frieden werden die Briefe von der  „Libreria Editrice Vaticana“ publiziert.

Kardinal Francois-Xavier Van Thuân kam 1975, kurz nachdem er zum Erzbischof ernannt worden war, unter dem kommunistischen Regime Vietnams wegen seines Glaubens ohne Prozess ins Gefängnis. Seine Gefangenschaft sollte 13 Jahre andauern, von denen er neun Jahre in Isolationshaft verbrachte. Während dieser Zeit negierte er zu keinem Zeitpunkt seinen Glauben. Im Gefängnis konstruierte er mit einigen Holzstöckchen, die er von seinen Aufsehern bekam, ein Holzkreuz, das er an einem Kabel befestigte, das ihm als Kette diente. Dieses Symbol seiner Gefangenschaft und seines Glaubens trug er noch, als er bereits Kardinal war.

Auch heute ist Kardinal Van Thuân in Vietnam eine historische Figur, weil er vom Bischof zu einem Märtyrer der Hoffnung wurde. Weder gab er die Hoffnung in die Kirche auf, noch negierte er sie. Dies hat einen hohen Symbolwert für die Bevölkerung des Landes, die noch immer in einem Staat lebt, in dem es keine Religionsfreiheit gibt. Sein starker Glaube, der sich unter anderem in der großen Güte zeigte, mit der er seinen Peinigern verzieh, wurde nach seiner Freilassung zum Symbol seines Wirkens. 2002 wurde er von Johannes Paul II. gebeten, vor der römischen Kurie zu predigen und den Teilnehmern so seine Erfahrungen mitzuteilen. Die Predigten wurden anschließend in einem Buch publiziert, das als eine Zusammenfassung der Spiritualität Van Thuâns gesehen werden kann, die durch die Leiden und die Verlassenheit im Gefängnis geprägt ist.