Seligsprechung von Msgr. Vladimir Ghika am 31. August in Rumänien

Priester und Märtyrer

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 922 klicks

Am 31. August wird Msgr. Vladimir Ghika in Bukarest seliggesprochen werden, wie die Erzdiözese Paris bekanntgab. Msgr. Vladimir Ghika starb 1954 als Märtyrer in kommunistischer Gefangenschaft; er war ein Enkel des letzten Königs von Moldavien, Gregor Ghika X. (1849-1856).

Vladimir Ghika wurde am 25. Dezember 1873 in Konstantinopel geboren. Sein Vater, General Johannes Ghika, war als Diplomat von Rumänien nach Konstantinopel gesandt worden.  

Vladimir und sein Bruder Demetrius studierten in Toulouse und Paris, wie Andrei Brezianu einleitend zu der Präsentation eines Films über Msgr. Vladimir Ghika am 16. Oktober 2009 in der Rumänischen Akademie in Rom erzählte. 1898 begaben sich die Brüder nach Rom, wo Demetrius seine diplomatische Laufbahn für das rumänische Konsulat aufnahm. Vladimir nutzte seinen Aufenthalt zu Recherchen in der Vatikanischen Bibliothek und im Vatikanischen Archiv. Bei seinen Nachforschungen ergab sich ein immer klareres Bild der engen Verbindungen zwischen seinem Heimatland und dem Heiligen Stuhl. Valdimir vervollständigte seine akademischen Studien mit einem Studium der Philosophie und Theologie, die er 1906 abschloss. Während seines Theologiestudiums konvertierte er 1902 zum katholischen Glauben; Vladimir war nach orthodoxem Ritus getauft worden. Am 7. Oktober 1923 wurde er in Paris zum Priester geweiht. Seine Arbeit widmete er vor allem den Armen, Bedürftigen, Kranken und den Flüchtlingen, die nach dem Ersten Weltkrieg und vor den politischen Revolutionen aus Russland oder auch der Ukraine nach Paris geflohen waren. Missionsreisen führten ihn nach China, in den Kongo und nach Japan; Vladimir nahm außerdem an den Eucharistischen Kongressen in Sydney, Karthago, Dublin, Buenos Aires, Manila und Budapest teil.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs änderte sich die politische Situation in Rumänien. Während sich Vladimirs Bruder für das Exil entschied, stand für Vladimir der Entschluss fest, in seinem Heimatland zu bleiben. Die Katholische Kirche war damals bereits Verfolgungen durch das kommunistische Regime ausgesetzt, die in der Katholischen Kirche ein letztes Hindernis zur vollkommenen Verwirklichung der Volksdemokratie sah. Kirchenfeindliche Artikel erschienen; Bischöfe wurden inhaftiert; Vladimir Ghika versuchte weiterhin, sich mit aller Macht dem Grauen entgegenzustellen und predigte weiter vor den Menschen, wie aus seinen Briefen an seinen Bruder Demetrius hervorgeht.

Vladimir Ghika wurde am 18. November 1952 in Bukarest verhaftet und zu drei Jahren Gefängnis in Jilava in der Nähe von Bukarest verurteilt. Er starb am 16. Mai 1954 in der Haft.