Seligsprechung von Pater Antonio Rosmini am 18. November

Bischof Corti: Dialog zwischen Glaube und Verstand, eine Herausforderung unserer Tage

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NOVARA, 25. September 2007 (ZENIT.org).- Am 18. November wird Pater Antonio Rosmini, ein Priester aus dem 19. Jahrhundert, dessen Schriften vom Heiligen Offizium verurteilt worden waren, in Novara von Kardinal José Saraiva Martins, Präfekt der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse, selig gesprochen werden.



Im Jahr 1821 wurde Pater Rosmini zum Priester geweiht. 1830 gründete er das Institut der Nächstenliebe, eine Ordenskongregation, die 1839 von Papst Gregor XVI. anerkannt wurde. Zwei der von Pater Rosmini geschriebenen Bücher wurden auf den Index der Verbotenen Bücher gesetzt. Er akzeptiertes diese Entscheidung mit folgenden Worten, die einem Brief an Papst Pius IX. entnommen sind: „Ich will mich in allem auf die Autorität der Kirche stützen, und ich will, dass die ganze Welt weiß, dass ich nur dieser Autorität folge.“

Mit dem Dekret „Post Obitum“ aus dem Jahr 1887 wurden 40 seiner Lehrsätze verurteilt, die hauptsächlich aus dem Nachlass und anderen noch zu seinen Lebzeiten herausgegebenen Werken stammen.

Am 1. Juli 2001 erließ die Kongregation für die Glaubenslehre schließlich eine „Notifikation zur Bedeutung der lehramtlichen Dekrete bezüglich des Denkens und der Werke des Priesters Antonio Rosmini Serbati“, in der erklärt wird, dass außer den Faktoren, die aus der damaligen geschichtlichen, kulturellen und kirchlichen Situation erwuchsen, zugegeben werden müsse, „dass sich im rosminischen Denksystem manchmal doppeldeutige und missverständliche Begriffe und Ausdrücke finden, die eine aufmerksame Lektüre erfordern und nur im Licht des allgemeinen Kontextes des Werkes des Autors geklärt werden können“ (5). Die Gründe der lehramtlichen zur Vorsicht mahnenden Besorgnis und Schwierigkeit seien nach eingehender Überprüfung jedoch „als überholt zu betrachten“ (7).

„Die Seligsprechung von Pater Rosmini“, so Bischof Renato Corti von Novara während einer Pressekonferenz, „wird für die Ordensmänner und Ordensfrauen des Rosminianischen Ordens weltweit und auch für die Stadt Novara vor allem ein großes Fest sein.“ Darüber hinaus handle es sich um ein „einmaliges Ereignis“ im Leben der Kirche in Italien: „weil sie die Aufmerksamkeit der Christen von heute auf das Beispiel eines Menschen lenkt, die ihr Leben der Zusammenführung von Glaube und Verstand widmete. Genau das ist die Herausforderung unserer Tage.“