Seligsprechung von Stefano Sándor in Budapest

Salesianer und Märtyrer

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 409 klicks

Morgen wird in Budapest Stefano Sándor seliggesprochen. Vor sieben Jahren, am 24. Mai 2006, war der Seligsprechungsprozess in Budapest eingeleitet worden; das Dekret wurde im Frühjahr dieses Jahres, am 27. März, von Papst Franziskus erlassen.

Stefano Sándor wurde am 26. November 1914 in Szolnok, einer kleinen Stadt im Zentrum Ungarns, geboren. Seine Eltern erzogen ihn und seine beiden kleineren Brüder zum christlichen Glauben. Die Familie besuchte regelmäßig die Messe der Franziskaner-Patres. Stefano Sándor war außerdem ein eifriger Leser des Journals der Salesianer. Vor allem für ihren Gründer, Don Bosco, begeisterte sich der Junge und beschloss, in die Kongregation der Salesianer einzutreten. Die Eltern Stefanos standen der Idee jedoch ablehnend gegenüber. Stefano ließ aber nicht ab und konnte schließlich seine Eltern überzeugen. 1936 konnte er endlich in das „Clarisseum“ aufgenommen werden. In der Druckerei „Don Bosco“ absolvierte Stefano Sándor eine Ausbildung zum Drucktechniker. Vier Jahre später, am 8. September 1940, legte er das Gelübde ab. Er blieb weiterhin im „Clarisseum“, wo er unterrichtete und mit Begeisterung das Oratorium leitete. Stefano Sándor betreute neben diesen Tätigkeiten eine Gruppe der katholischen Arbeiterjugend, wo er seine hervorragenden erzieherischen Qualitäten unter Beweis stellte.

1942 musste Stefano Sándor seine Arbeit unterbrechen, da er an die Front gerufen wurde. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs setzte sich Stefano für den Wiederaufbau und die moralischen Unterstützung der Menschen ein. Ihm war es besonders wichtig, dass die Jugendlichen aus den untersten Schichten eine Ausbildung erhielten und sich eine Zukunft aufbauen konnten. Alle seine Schüler fanden nach dem Abschluss ihrer Ausbildung bei Stefano Sándor einen Arbeitsplatz in einer der Druckereien der Stadt.

Als die Verfolgung der katholischen Kirche und katholischer Einrichtungen durch das kommunistische Regime einsetzte, wurde auch Stefano Sándor eines ihrer Opfer. Er floh, versteckte sich in den Häusern der Salesianer und arbeitete unter falschem Namen in einer öffentlichen Druckerei. 1952 wurde Stefano Sándor an seinem Arbeitsplatz inhaftiert, verschleppt und nie wieder von seinen Mitbrüdern gesehen.