Sich selbst zu festen, freien und priesterlichen Menschen erziehen

Aktueller Impuls zur Aktion „Nazaret-Gebet“ 2009 der Wiener Berufungspastoral

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WIEN, 10. April 2009 (ZENIT.org).- Was sind meine Überzeugungen, und bin ich ihnen wirklich treu? Die folgenden Gedanken, die zur Entwicklung einer festen, freien und priesterlichen Persönlichkeit beitragen, sind einer Betrachtung der Schönstatt-Bewegung zur Initiative Nazaret-Gebet 2009 der Berufungspastoral der Erzdiözese Wien entnommen. Sie sollen vor allem jenen Eltern als Ansporn dienen, die im Rahmen der Nazaret-Gebet-Initiative täglich den „Angelus“ für die Berufung ihrer Kinder beten.

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„Johannes trug ein Gewand aus Kamelhaaren und einen ledernen Gürtel um seine Hüften; Heuschrecken und wilder Honig waren seine Nahrung. Die Leute von Jerusalem und ganz Judäa und aus der ganzen Jordangegend zogen zu ihm hinaus; sie bekannten ihre Sünden und ließen sich im Jordan von ihm taufen.“ (Mt 3,4-6)

Johannes der Täufer: ein komischer Kauz, isst Heuschrecken und wilden Honig – und hat sich nicht darum gekümmert, was die Leute von ihm denken. Er ist konsequent den Weg Gottes gegangen. Eine Zeit lang war er der „Star“ - die Leute sind in Scharen zu ihm gekommen und haben sich taufen lassen. Aber schließlich hat er seine klaren Worte mit dem Leben bezahlt.

Die Leute, die Jesus jubelnd in Jerusalem empfangen haben – waren es dieselben, die ein paar Tage später „Kreuzige ihn!“ gerufen haben? Haben wir unsere Überzeugung – und stehen wir dazu, auch wenn wir Gegenwind haben?

Gott hat eine ganz besondere Berufung für mich. Und damit ich diese leben kann, hat er ein Trainingsprogramm für mich.

„Wir wollen lernen, uns unter dem Schutz Mariens selbst zu erziehen zu festen, freien und priesterlichen Charakteren!“, sagt Pater Kentenich seinen Schülern.

Fest: Ich stehe mit beiden Beinen am Boden, habe meine innere Überzeugung und vertrete sie auch, wenn es nötig ist. Nicht das, was gerade Mode ist, was gerade „in“ ist – sondern meine klar erkannten Grundsätze zählen.

Frei: Ich lasse mich nicht beherrschen – von meinen Trieben, von Gewohnheiten und Abhängigkeiten. Ich habe mich in der Hand; ich habe die Freiheit, Ja oder Nein zu sagen und kann auch gegen den Strom schwimmen.

Priesterlich: Ich bin in meinem Leben eng mit Gott verbunden. Ich kann ihn in meinem Alltag finden: Hinter jeder Begegnung, hinter allem, was geschieht, entdecke ich Gottes liebende Hand.

Maria ist die große Erzieherin. Gott hat ihr seinen Sohn auf Erden anvertraut; bei ihr war Jesus in guten Händen. So dürfen wir vertrauen: Maria begleitet uns auf dem Weg der Selbstheiligung, wenn wir sie darum bitten.

Zum Nachdenken:
• Welche Grundsätze bestimmen mein Leben?
• Wo bringe ich meinen Standpunkt zum Ausdruck?
• Was bedeutet es für mich, wie „die Leute“ über mich denken?
• Gibt es Abhängigkeiten, die mich unfrei machen?