Sich von allem trennen, um nur dem Herrn zu dienen

Benedikt XVI. ruft zum Gebet für geistliche Berufungen auf

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VATIKANSTADT, 30. April 2012 (ZENIT.org). – Beim sonntäglichen „Regina-Caeli-Gebet" hat Papst Benedikt XVI. anlässlich des Weltgebetstages für geistliche Berufungen dazu aufgerufen, vor allem für die jungen Menschen zu beten, dass sie fähig werden, die Stimme Gottes zu hören. „Mögen sie ihr Herz für die Stimme Gottes in ihrem Inneren öffnen und dem Ruf folgen, sich von allem zu trennen und ihm zu dienen“, so der Papst. Der Herr rufe immer, doch in der heutigen Zeit sei die Gefahr groß, ihn nicht zu hören. Man sei abgelenkt von vielen Dingen und anderen, oberflächlicheren Stimmen.

„Wir haben auch Angst davor, die Stimme des Herrn zu hören, denn wir glauben, sie könnte uns unsere Freiheit nehmen“. In Wahrheit sei jeder eine Frucht der Liebe; nicht nur der Liebe der Eltern, sondern vor allem der Liebe Gottes. In jenem Augenblick, da man dies begreife, verändere sich das Leben: Es werde zu einer Antwort auf diese Liebe, die größer sei als jede andere, und entfalte sich in seiner ganzen Fülle.

Die jungen Menschen, die er gerade zu Priestern geweiht habe, bezeugten diese Erfahrung. „Sie wurden in aller Tiefe von der Schönheit der Liebe Gottes berührt und konnten nicht anders, als darauf mit ihrem ganzen Leben zu antworten.“

Sie sei ihr in Jesus Christus begegnet: in seinem Evangelium, in der Eucharistie, in der Gemeinschaft der Kirche. „Die Kirche lehrt uns, dass das Leben eines jeden Menschen eine Geschichte der Liebe ist“, bekräftigte der Papst. Dies zeige sich in der Heiligen Schrift und werde durch die Heiligen der Kirche bezeugt. Der Heilige Vater zitierte hierzu den hl. Augustinus mit den Worten: „Spät habe ich dich geliebt, du Schönheit, so alt und doch so neu, spät habe ich dich geliebt! Und siehe, du warest im Innern, und ich war draußen … Mit mir warst du und ich war nicht mit dir … Du riefst und schriest und brachst meine Taubheit.“

Benedikt XVI. gab auch seinem Wunsch Ausdruck, dass jede Gemeinde wie ein „bewässerter Garten sei“, in dem „die von Gott reichlich ausgestreute Saat der Berufung keimen und gedeihen könne“.

Die Familien rief er dazu auf, der erste Ort zu sein, in dem die Liebe Gottes „geatmet“ werden könne; jene Liebe, die auch in den schwierigen Lebenslagen und in der Prüfung innere Stärke verleihe.[jb]