Sie gebar ihren Sohn, den Erstgeborenen. Sie wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe. (LK 2,6 f)

Wenn im Kind eine Hinderung seiner selbst gesehen wird, wächst das Nein zueinander und nicht das Ja

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VATIKANSTADT, 13. Dezember 2012 (ZENIT.org). - Betrachtung zum Weihnachtsevangelium von Papst Benedikt:

„Sie gebar ihren Sohn, den Erstgeborenen. Sie wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe..(LK 2,6 f).

In diesem kleinen Satz können wir ein ganzes Bild dieser Frau entdecken. Maria wickelt das Kind in Windeln. Wir können daraus erahnen, mit welcher Hoffnung, welcher Freude, welcher Bereitschaft sie der Stunde der Geburt entgegenging. Wie sie auf sie hin gearbeitet und alles bereitet hat. Wir können daraus ersehen, wie das Ja, das sie dem Engel gegeben hatte, in ihr gereift war, wie dieses Ja zu einem physischen und seelischen Raum geworden war und Jesus, der Gottes Ja ist, so in dieses menschliche Ja hineintritt. Ich glaube, gerade das einfache Wort von den Windeln kann uns nachdenklich machen. Es lädt uns ein, dass wir den Raum für das Wort Gottes in unserem Leben schaffen, dass wir es hegen und hüten und bergen darin. Dass wir ihm einen Ort suchen, in uns und um uns…

Es hat mich tief getroffen, kürzlich in einem politischen Magazin eine Karikatur zu sehen, in der ein Kind karikiert als eine Fußfessel dargestellt ist, die eine Frau hindert weiterzugehen. Wo solchermaßen Menschen im anderen nur noch die Hinderung ihrer selbst und ihrer Freiheit sehen, werden sie Nein zueinander und dann letztlich Nein zu sich selbst. Da kann das Ja nicht wachsen.

Predigt während der Christmette 1979