Sie wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe.. (Lk 2,6)

Die Futterkrippe wird zum Verweis auf den Tisch Gottes

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ROM, 21. Dezember 2012 (ZENIT.org). - Betrachtung zum Weihnachtsevangelium von Papst Benedikt XVI.:

Die Ikonen-Tradition hat von der Theologie der Väter her Krippe und Windeln auch theologisch ausgedeutet. Das steif in Windeln gewickelte Kind erscheint wie ein Vorverweis auf die Stunde seines Todes. Er ist der Geopferte, von Anfang an..So wurde die Krippe als eine Art von Altar gestaltet. Augustinus hat die Bedeutung der Krippe mit einem zunächst fast ungehörig erscheinenden Gedanken ausgelegt, der aber bei näherem Zusehen doch eine tiefe Wahrheit enthält.

Die Krippe ist der Ort, an dem die Tiere ihre Nahrung vorfinden. Nun aber liegt in der Krippe der, der sich selbst als das wahre, vom Himmel gekommene Brot bezeichnet hat –als die wahre Nahrung, deren der Mensch für sein Menschsein bedarf. Es ist die Nahrung, die dem Menschen das eigentliche, das ewige Leben schenkt.

Die Futterkrippe wird so zum Verweis auf den Tisch Gottes, an den der Mensch geladen ist, um Gottes Brot zu empfangen. In der Armseligkeit der Geburt Jesu zeichnet sich das Große ab, in dem sich geheimnisvoll die Rettung der Menschen vollzieht.

Joseph Ratzinger/Benedikt XVI.: Jesus von Nazareth, Prolog: Die Kindheitsgeschichten, Herder, Freiburg 2012, S. 78