Signal für den wissenschaftlichen Nachwuchs in der Katholischen Theologie

Nachwuchswissenschaftler informieren sich bei Workshop in Frankfurt

Bonn, (DBK PM) | 277 klicks

Ein positives Signal für Nachwuchswissenschaftler in der Katholischen Theologie war der Workshop „Gefördert – Gefordert – Geschafft!“, der am vergangenen Wochenende in der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt stattgefunden hat. „Wir brauchen Sie“, ermutigte Weihbischof Dr. Christoph Hegge (Münster) die über 40 Doktoranden und Habilitanden aus Deutschland und Österreich, die an der Veranstaltung über die beruflichen Perspektiven von katholischen Theologen an Universitäten und Hochschulen teilgenommen hatten. Der Workshop fand zum dritten Mal statt. Er wurde gemeinsam von der Bundeskonferenz der wissenschaftlichen Assistenten und Mitarbeiter für katholische Theologie (BAM) und vom Katholisch-Theologischen Fakultätentag in Verbindung mit der Kommission für Wissenschaft und Kultur der Deutschen Bischofskonferenz durchgeführt.

Die Katholische Theologie ist mit 19 Fakultäten, 35 Einrichtungen der Lehrerbildung und 367 Professuren nach wie vor breit an den Universitäten in Deutschland vertreten, erläuterte Professor Dr. Johannes Schnocks (Münster) für den Katholisch-Theologischen Fakultätentag. Dies soll nach Auffassung des Wissenschaftsrats auch so bleiben, wobei dieser eine aktive Hochschulplanung anmahnt. Die Theologie gehört zu den klassischen Disziplinen und genießt auch international einen guten Ruf. Seit dem Jahr 2000 wurden über 230 Habilitationen und mehr als 1.300 Promotionen abgeschlossen. Angesichts der hohen Zahl von Pensionierungen sei jedoch insbesondere in einzelnen Fächern mit einem Nachwuchsmangel zu rechnen, legte Professor Dr. Bernhard Emunds (Frankfurt) auf der Grundlage einer wissenschaftlichen Studie dar.

Als Vertreter der Deutschen Bischofskonferenz skizzierte Weihbischof Hegge die Bedeutung der Theologie für Kirche, Universität und Gesellschaft. Die Deutsche Bischofskonferenz hatte sich bei einem eigenen Studientag am 29. Februar 2012 für eine starke, fachlich gute und gesprächsfähige Theologie ausgesprochen, was im Einzelnen Veränderungen im Sinne der Empfehlungen des Wissenschaftsrats nicht ausschließt. Weihbischof Hegge skizzierte die kirchlichen Anforderungen an einen Theologieprofessor und erläuterte die kirchliche Mitwirkung bei der Berufung.

Über die oft zu wenig bekannten Förderangebote für junge Theologen informierte Dr. Achim Haag von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Er ermutigte die Teilnehmer, mehr Anträge bei der DFG zur Einzel- und Kooperationsförderung in qualifizierten wissenschaftlichen Projekten zu stellen. Vertreter der Fritz Thyssen Stiftung, der Bischöflichen Studienförderung Cusanuswerk und anderer Förderungseinrichtungen und Netzwerke standen zum Gespräch bereit.

Wie unterschiedlich Biographien verlaufen können und wie wichtig eigene Fragen und Interessen sind, verdeutlichten Professor Dr. Lucia Scherzberg (Saarbrücken) und Professor Dr. Johannes Schnocks. In persönlichen Statements gaben sie Einblicke in eigene Studien-, Berufs- und Lebensentscheidungen.