SIGNIS-PREIS für „City of Life and Death“ (Stadt von Leben und Tod)

Chinesischer Anti-Kriegs-Film ist ein hoffnungsvolles Lied auf die menschliche Solidarität

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SAN SEBASTIAN, 8. Oktober 2009 (ZENIT.org).- Der chinesische Anti-Kriegs-Film „City of Life and Death“ (Stadt von Leben und Tod) ist beim 57. Internationalen Filmfestival von San Sebastian mit dem katholischen Signis-Preis ausgezeichnet worden. In einem Film, der einzig und allein über Gewalt, Rache und Nihilismus hätte handeln können, habe der Regisseur vor allem auch Hoffnung gezeigt, begründete die Jury der internationalen katholischen Filmorganisation Signis ihre Entscheidung.

Erst im letzten Jahr hat „SIGNIS" in Rom den 80. Geburtstag der Internationalen Katholischen Vereinigung der Medienschaffenden gefeiert. Als die katholische Weltorganisation für Kommunikation steht der Namen "Signis" für das Ergebnis der Fusion katholischer internationaler Organisationen für Fernsehen (Unda), Rundfunk und Kino (OCIC).

Die außergewöhnlich hohe filmische Qualität von „City of Life and Death“ sei zudem ein unvergesslicher Schrei gegen alle Kriege und ein Lied auf die menschliche Solidarität, die bis zur Selbstaufopferung führe.

„City of Life and Death“ wurde auch als besten Festivalbeitrag mit der „Goldenen Muschel“ ausgezeichnet. Der Anti-Kriegs-Film handelt von den Ereignissen nach der Einnahme der chinesischen Stadt Nanking durch die japanischen Truppen 1937. Damals ermordeten die Japaner chinesische Kriegsgefangene wie Einwohner zu Hunderttausenden. Regisseur Lu Chuan beschreibt den weithin unbekannten Massenmord in eindrucksvollen und unbarmherzig brutalen Schwarz-Weiß-Bildern. <>

Dabei erspart er den Zuschauern mit Massenhinrichtungen, Vergewaltigungen und abgeschnittenen Köpfen keine Details. Zwischen Kriegsverbrechen bringt der Film den Zuschauern aber auch heldenhafte Taten von Solidarität und Aufopferung für andere nahe.

Der Anti-Kriegs-Film setzte sich nach Angaben aus Jury-Kreisen nur knapp gegen den spanischen Film „Yo, tambien“ (Ich auch) durch, den die Signis-Juroren mit einer besonderen Erwähnung hervorhoben. Der Streifen der Regisseure Alvaro Pastor und Antonio Naharro handelt von Daniel, einem 34-Jährigen aus Sevilla, der trotz seines Down-Syndroms einen Universitätsabschluss macht und von seinen Mitmenschen nicht als „anders“, sondern als „speziell“ wahrgenommen werden möchte. Sein Kampf um eine „normale“ Freundin und einen „normalen“ Job ist jedoch nicht einfach.

<>Gespielt wird Daniel von Pablo Pineda, der selbst unter dem Down-Syndrom leidet und für seine schauspielerische Leistung auf dem Festival auch als „bester Darsteller“ mit der „Silbernen Muschel“ ausgezeichnet wurde. Der Schauspieler ist selbst der bislang einzige

Down-Syndrom-Kranke, der in Spanien einen Universitätsabschluss gemacht hat. Der Preis als „beste Darstellerin“ ging an Pinedas Filmpartnerin Lola Duenas.

Die Signis-Jury lobte vor allem das Gleichgewicht aus Komödie und Drama. Die schauspielerischen Leistungen sowie die Vermittlung von Lebenslust machten den Film sehenswert, so das Urteil der Signis-Jury. - Das Filmfestival im nordspanischen San Sebastian gehört neben Cannes, Venedig und Berlin zu den wichtigsten Internationalen Filmfestivals in Europa.