Siluan Span, Bischof der rumänischen Diözese in Italien, überbringt Botschaft des rumänischen Patriarchen

Die Verkündigung des Evangeliums durch die Liturgie und die Nächstenliebe

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VATIKANSTADT, 18. Oktober 2012 (ZENIT.org). – Die Botschaft Seiner Seligkeit Daniel, Patriarch von Rumänien, hat der Bischof der rumänischen Diözese in Italien, Siluan, im Rahmen der 14. Generalkongregation der Bischofssynode am Dienstag, dem 16. Oktober, überbracht. Liturgie und Nächstenliebe seien die tragenden Aspekte der Neuevangelisierung.

[Wir dokumentieren die Botschaft in einer Arbeitsübersetzung des Heiligen Stuhls:]

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Botschaft Seiner Seligkeit Daniel

Das Thema der XIII. Vollversammlung der Synode der katholischen Bischöfe der ganzen Welt über die Evangelisierung betrifft alle, die den Namen Christi tragen (vgl. Apg 2,38), da die Evangelisierung und die Weitergabe des Glaubens sowohl Berufung als auch Pflicht der Kirche und eines jeden einzelnen Christen sind.

Die säkularisierte und entchristlichte Welt, in der wir heute leben, braucht Apostel oder Missionare, wie es die Apostel unseres Herrn Jesus Christus und die heiligen Kirchenväter waren. Heute sind wir, die Bischöfe der Kirche Christi, gemeinsam mit dem gesamten Klerus und allen gläubigen Laien, erneut als erste aufgerufen, den apostolischen Eifer für die Evangelisierung intensiv zu pflegen.

Ein tiefes liturgisches Leben ist der wichtigste Quell für eine Erneuerung des Einsatzes in der Evangelisierung. Die Heilige und Göttliche Eucharistische Liturgie ist gleichzeitig Quell und Raum für die Verkündigung des Evangeliums Christi.

Die Begegnung mit Christus in der Heiligen Eucharistischen Liturgie ist Quelle des Lichts, um seine barmherzige Liebe zu verkünden und das Werk der Nächstenliebe der Kirche zu fördern.

Mit anderen Worten, das spirituelle Leben muß die wichtigste Quelle für das soziale Wirken sein, damit es nicht zu einer säkularisierten humanistischen Ethik wird. Insbesondere die christlichen Familien, die Pfarreien und die Klöster, in denen intensiv gebetet wird, die aber auch Werke der Nächstenliebe vollbringen, sind Quelle der Hoffnung und der Erneuerung für die Evangelisierung. Wenn das Leid, die Armut, die Einsamkeit und die soziale Ungerechtigkeit oft Ursache von Verzweiflung und Gewalt sind, werden das persönliche und gemeinschaftliche Gebet und das christliche soziale Wirken in der Gesellschaft zur Quelle für Hoffnung, Frieden, Solidarität und Heiligkeit. Die Heiligkeit ist das einzige Gegenmittel gegen die Säkularisierung.

Deshalb sind wir der Auffassung, daß das Zusammenwirken von Liturgie und Nächstenliebe, ein grundlegendes Element der heiligen apostolischen Tradition, bei der Evangelisierung der heutigen Generation eine große Hilfe ist, vor allem wenn man auf eine, auf die heutige Zeit abgestimmte, pastorale und missionarische Katechese zurückgreift.

Wir wünschen Eurer Heiligkeit, Ihnen, Eminenzen und Exzellenzen, und allen Teilnehmern an den Arbeiten dieser Synode den reichen Segen des Herrn Jesus Christus für die neue Arbeit der Evangelisierung in der Gesellschaft von heute.

In tiefer Wertschätzung und in der Liebe Christi, unseres Herrn.