Simbabwe: Bischöfe verurteilen Propagandafeldzug und Tatenlosigkeit der Regierung

Anschuldigungen gegen Erzbischof Ncube „ungeheuerlich“

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HARARE, 4. September 2007 (ZENIT.org).- Die Bischöfe von Simbabwe haben die gegen Erzbischof Pius Ncube erhobenen Vorwürfe seitens einiger Politiker und der staatlichen Medien als „ungeheuerlich“ und „äußerst bedauernswert“ zurückgewiesen.



Der 60 Jahre alte Erzbischof, der einer außerehelichen Beziehung bezichtigt wird, ist für seine Kritik am Regime von Präsident Robert Mugabe bekannt. Die Bevölkerung lasse sich von diesen Vorwürfen nicht täuschen, schreiben die Bischöfe in einer gemeinsamen Erklärung, die am Freitag vom Katholischen Informationsdienst für Afrika veröffentlicht wurde.

Auch wenn der Fall gegenwärtig vom Hohen Gericht von Simbabwe in Bulawayo untersucht wird und – um eine Beeinflussung des Gerichts zu vermeiden – nicht in der Öffentlichkeit diskutiert werden sollte, haben sowohl die staatlich kontrollierten Zeitungen als auch die Fernsehsender des Landes tagelang Videoaufnahmen und Photos gezeigt, die nach Worten der nationalen Bischofskonferenz „die persönlichen Grundrechte von Erzbischof Ncube verletzten und für die Öffentlichkeit äußert anstößig waren“.

Die Hirten wiederholen in dem Schreiben ihren Aufruf zu umfassenden Reform und weisen erneut auf die große Not der Bevölkerung hin: „Ihre Freiheit und fundamentalen Menschenrechte werden täglich verletzt, ohne dass diese Verletzungen geahndet würden. Die Regale in den Geschäften und Supermärkten sind leer. Unsere Währung ist wertlos. Das Gesundheitswesen ist zusammengebrochen. Entlang der wichtigsten Straßen des Landes warten Zehntausende von Bürgern auf öffentliche Transportmittel. Die Korruption wuchert, und immer mehr junge Menschen riskieren tagtäglich ihr Leben, um der Katastrophe zu entfliehen, zu der unser Land geworden ist.“

Die „ungehobelten Versuche, die Aufmerksamkeit von diesen Tatsachen abzulenken, indem Hasspropaganda und Rufmord gegen Menschen aus Simbabwe geschürt werden, die – wie Erzbischof Ncube – ihre Stimme zum Schutz der Unterdrückten erheben, haben die Bevölkerung jedoch nicht täuschen können. Ganz im Gegenteil“, heben die Bischöfe hervor.

Erzbischof Ncube habe sich „mutig und mit moralischer Autorität für soziale Gerechtigkeit und politisches Handeln eingesetzt, um die schwerwiegende Krise unseres Landes zu überwinden“. Die Bischöfe Simbabwes sprechen Erzbischof Ncube ihre „vollste Unterstützung in seiner momentanen schmerzlichen persönlichen Lage“ aus und rufen alle Gläubigen auf, „in ihren Gebeten seiner zu gedenken“.