Simbabwe: Koalitionsregierung soll Friede, Stabilität und Versöhnung bringen

Kritik am Mugabe-Regime: „Menschen wurden den traumatischsten Formen von Gewalt unterzogen“

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HARARE, 14. Juli 2008 (ZENIT.org).- Die Hirten der christlichen Kirchen und Konfessionen in Simbabwe haben in einer heute veröffentlichten gemeinsamen Erklärung die Politiker des Landes dazu aufgefordert, über ihre Unstimmigkeiten hinwegzusehen und sich mit vereinten Kräften um das Wohl der zerrütteten Nation zu bemühen.

„Wir rufen die Kirchen und alle Bewohner von Simbabwe dazu auf, weiterhin zu beten und nach Frieden, Versöhnung und einer positiven Lösung Ausschau zu halten, bis wir das Simbabwe erhalten, das wir wollen.“

Die Hirten bekräftigen in dem Dokument ihre Bereitschaft, am Übergangsprozess als Partner aktiv mitzuwirken. Nach einer Übergangsregierung solle eine Regierung der nationalen Einheit entstehen, die „Friede, Stabilität und Versöhnung“ bringen möge.

In ihrer Erklärung blicken die katholischen Bischöfe des Landes gemeinsam mit den anderen christlichen Vertretern auch auf die Wahl vom 27. Juni und die blutigen Vorgänge vor und nach dem Urnengang zurück. Diesbezüglich erklären sie, dass die Bewohner von Simbabwe zu Zeugen der „brutalsten Formen von Gewalt“ seit den 1980er-Jahren geworden seien.

„Menschen wurden den traumatischsten Formen von Gewalt unterzogen, darunter Folter, Mord, Entführung, Vertreibung und psychologisches Trauma.“ Angesichts der allgemeinen Situation sei es klar, dass bei den Wahlen der Wille der Bevölkerung von Simbabwe nicht wirklich zum Ausdruck gekommen sei.

„Während wir diese Stellungnahme verfassen, erschüttern uns Berichte über anhaltende Gewalttätigkeiten, und das zwei Wochen nach der Präsidentschaftsstichwahl“, beklagen die Hirten.

„Als Kirche in Simbabwe flehen wir Gott an, sich unserer Nation zu erbarmen, uns allen zu vergeben und unserem Land den Geist der Vergebung, Heilung, Versöhnung, Friede und Wohlergehen zu schenken.“