Singapur: Zehnjahresplan der Kirche

Wort Gottes und Neuevangelisierung stehen im Mittelpunkt

Rom, (Fides) | 200 klicks

Im Mittelpunkt des Zehnjahresplanes, den Erzbischof William Goh von Singapur in den vergangenen Tagen bei einem Treffen mit Vertretern und Delegierten aus den Pfarreien der Diözese präsentierte, stehen das Evangelium und die Neuevangelisierung. Bei dem Treffen unter dem Motto: „Eine Kirche im Zeichen des Evangeliums und der Mission“ nahmen rund 750 Delegierte, darunter Priester, Ordensleute und Laien teil. Der Erzbischof betonte in seiner Ansprache, dass Singapur zwar eine „lebendige und fleißige Gemeinschaft“ sei, dies aber nicht ausreiche: „Die Hälfte unserer Katholiken gehen nicht in die Kirche; die Kirchen sind voll, weil viele Migranten die Gottesdienste besuchen“. Jugendliche aus katholischen Familien seien oft nicht mehr an der Pfarrei interessiert, es gebe viele Scheidungen oder Fälle, in denen ganze Familien zu anderen Kirchen übertreten. Ein Signal für die Gemeinschaft seien die Berufungen zum Priesteramt: „Wenn es keine Berufungen gibt, bedeutet das, dass etwas falsch läuft“.

Der Erzbischof nannte in diesem Zusammenhang zwei Wege, die beschritten werden sollen: an erster Stelle erwähnte er das Gebet, denn „nur der Heilige Geist kann das Leben der Menschen berühren“; an zweiter Stelle müsse eine „einschließende und mitfühlende“ Gemeinschaft entstehen, die Menschen nicht ausgrenzt, wie zum Beispiel Arme, Homosexuelle, Geschiedene oder Frauen, die abgetrieben haben. „Habt Mitgefühl für diese Menschen“, so der Erzbischof. Wichtig sei aber vor allem, dass jede Pfarrgemeinde die zentrale Bedeutung des Wortes Gottes verstehe: dazu sei es notwendig, dass die Gläubigen sich zur Bibellektüre in Gruppen zusammenschließen. Denn dies sei die Voraussetzung für missionarische Arbeit.

Im Detail äußerte sich der Erzbischof zur konkreten Umsetzung der allgemeinen Richtlinien in den ersten drei Jahren des Zehnjahresplanes: Prioritär sei vor allem die „Neuevangelisierung“. Im ersten Jahr soll deshalb in der Erzdiözese eine neue Abteilung für die Neuevangelisierung geschaffen werden. Im zweiten Jahr soll die neue Abteilung Beauftragte in den einzelnen Pfarreien ernennen. Im dritten Jahr ist eine Diözesansynode geplant. Der neue Zehnjahresplan wurde von den Delegierten im Rahmen einer Blitzumfrage einstimmig begrüßt. (PA)

(Quelle: Fides 19/5/2014)