Skandalöser Kinderhandel in Deutschland und Europa

Gezielte Hilfsprojekte gerade in osteuropäischen Ländern benötigt

Freising, (ZENIT.orgRenovabis) | 1161 klicks

Betroffen vom Ausmaß des Handels mit Kindern zeigten sich Vertreter der katholischen Hilfswerke Renovabis und Kindermissionswerk „Die Sternsinger“. Bei einem Arbeitsgespräch in Freising über die Zusammenarbeit beider Werke in den osteuropäischen Ländern waren vor allem gezielte Hilfsprojekte für Kinder in dieser Region im Blick.

Weltweit sind nach Angaben der Vereinten Nationen inzwischen fast ein Drittel der Opfer von Menschenhandel Kinder und Jugendliche. „Es ist erschütternd zu erfahren, wie Kinder und Jugendliche in vielen Ländern missbraucht, vergewaltigt und sexuell ausgebeutet werden“, sagte Dr. Franz Marcus, Leiter der Projektabteilung und Vorstandsmitglied des Kindermissionswerks. Das schlimme Unrecht ereigne sich in entfernten Ländern Asiens, Osteuropas, Afrikas und Lateinamerikas, mache aber auch vor deutschen Grenzen nicht halt.

„Viele der betroffenen Kinder sind kaum älter als unsere Sternsinger! Das ist ein Skandal, der zum Himmel schreit, und dem wir uns als Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘ stellen müssen, und dem wir uns auch stellen“, so Marcus. Renovabis-Hauptgeschäftsführer Pater Stefan Dartmann SJ ergänzte, dass es wichtig sei, „bei uns genau hinzuschauen, wo immer Kinder aus armen Ländern Opfer von Ausbeutung, Gewalt und Missbrauch werden. Die aktuellen Zahlen über den Handel mit Kindern  – nicht zuletzt aus Rumänien und Bulgarien –  müssen uns alle empören!“

Ebenso wichtig aber sei, dass sich in den Herkunftsländern dieser Kinder etwas ändert. „Wir müssen vor Ort helfen, dort wo Armut und Verzweiflung die Gründe dafür sind, dass Kinder und Jugendliche in die Fänge von Schlepperbanden und Menschenhändlern geraten. Hier findet Armutsmigration aus Osteuropa in kriminelle Milieus bei uns statt. Ohne Hilfe und Prävention in den Herkunftsländern wird sich an diesen skandalösen Zusammenhängen nichts ändern“, so Pater Dartmann. 

„Zusammen mit unseren Partnern“, betonte Projektleiter Marcus, „setzen wir uns bei Renovabis und dem Kindermissionswerk in vielen Ländern dafür ein, dass betroffene Kinder und Jugendliche aufgefangen werden und neue Perspektiven bekommen. Verbrechen gegen Kinder müssen unterbunden und Kinder geschützt werden. Wir wollen, dass sie unversehrt aufwachsen können.“