Slowakei: Dominikanerpater beklagt mangelndes Engagement der Christen im öffentlichen Leben

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KÖNIGSTEIN/BRATISLAVA, 1. September 2006 (ZENIT.org).- Die Tatsache, dass rund 80 Prozent der 5,4 Millionen Slowaken katholisch sind, sei im öffentlichen Leben dieses Landes nicht zu bemerken, bedauert P. Robert Hajas OP.



Der 37-jährige Dominikanerpater, der vor einigen Tagen den Hauptsitz der internationalen pastoralen Hilfsorganisation Kirche in Not in Königstein besuchte, stellt fest, dass in seinem Land die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinanderklafft. Angesichts der wachsenden sozialen Ungerechtigkeit regt der Priester einen Umdenkprozess an.

"Wir müssen jetzt mehr über die Gesellschaft und über die soziale Veränderung nachdenken." Die Katholiken könnten in dieser Hinsicht einen entscheidenden Beitrag leisten. Ihre Stimme sei aber derzeit noch zu schwach, denn "in den Medien kommen leider fast immer nur negative Reaktionen, wenn die Kirche ihre Stimme erhebt".

Der Dominikanerorden in der Slowakei widmet sich nach Angaben von P. Hajas gegenwärtig vor allem der Widerbelebung des Rosenkranzgebets. "Viele Ordensbrüder versuchen, dieses Mariengebet in den einzelnen Pfarren neu zu beleben. Und wir geben eine Monatszeitschrift über den Rosenkranz heraus, die rund 20 Seiten umfasst und mit einer Auflage von 30.000 Exemplaren erscheint. Wir widmen uns aber auch der gewöhnlichen Seelsorge und der Caritas-Arbeit."

Im Nachbarstaat von Österreich, Tschechien, Polen, der Ukraine und Ungarn besteht der Dominikanerorden im Augenblick aus 59 Ordensangehörigen, die in drei Klöstern und zwei kleineren Gemeinschaften untergebracht sind.