Solidarität als Weg aus der Wirtschaftskrise

Manifest der Katholischen Sozialtage für Europa in Danzig

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BRÜSSEL, 17. März 2009 (ZENIT.org).- „Jede Generation muss sich Freiheit und Frieden für ihre Zeit neu verdienen und beides festigen", bekräftigte die Vorbereitungskommission der Katholischen Sozialtage für Europa in einem Manifest. Zwischen 500 und 600 Katholiken aus ganz Europa werden anlässlich dieses Ereignisses auf Initiative der Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Gemeinschaft (COMECE) vom 8. bis 11. Oktober 2009 in Danzig zusammenkommen, der Stadt von Solidarnosc. Das Manifest wurde von den 26 Mitgliedern der Vorbereitungskommission der Katholischen Sozialtage für Europa, die aus 19 europäischen Staaten stammen, unterzeichnet.

Die Autoren des Manifests erklären, dass sich die Welt „heute, achtzig Jahre nach dem großen Börsenkrach von 1929 erneut in einer schweren Wirtschafts- und Finanzkrise befindet, die das Potenzial für gefährliche soziale und politische Konsequenzen in sich trägt". Genannt wurden etwa die Versuchung von Nationalismus und Protektionismus. Der Weg aus der Krise und der Schlüssel zum Frieden müsse vor allem im Kontext des Begriffs der „Solidarität" gesehen werden: „Solidarität, gegründet auf der Achtung von Menschenwürde und Freiheit, steht im Mittelpunkt der kirchlichen Soziallehre". Das Treffen in Danzig werde eine Gelegenheit sein, „die Herausforderung der Solidarität für Europa zu untersuchen", „Europas Solidarität inmitten der weltweiten Krise zu bekräftigen" und „den Beitrag der Europäischen Union zu einer Zivilisation der Liebe zu unterstützen."

Solidarität - so das Manifest - sei unteilbar, ohne Ausgrenzung oder Ausnahme. „Sie gilt allen Menschen, angefangen bei den noch Ungeborenen bis zu jenen, die am Ende ihres Lebens stehen. Sie gilt unseren Zeitgenossen und den kommenden Generationen. Sie gilt Alteingesessenen wie Neuzugewanderten Sie gilt allen Ländern, seien sie groß oder klein." Gerade heute sei eine über die EU-Grenzen hinausgehende Solidarität nötig, da „Menschen immer mehr voneinander abhängig und ihre Schicksale miteinander verflochten sind". Auch die Grenzen der heutigen Zeit sollte Solidarität sprengen, da „unser Lebensstil wie niemals zuvor die natürlichen Lebensgrundlagen der kommenden Generationen bedroht".

Die Hälfte der Teilnehmer an den ersten Katholischen Sozialtagen für Europa wird aus den jüngeren Generationen kommen. Vertreter des religiösen Lebens in Europa werden anwesend sein.

Europäische Netzwerke wie Caritas Europa, Justitia et Pax Europa und die Initiative für Christen in Europa (IXE) waren eng in die Vorbereitung des Ereignisses eingebunden. In Polen haben das Zentrum für europäische Solidarität in Danzig und das Johannes-Paul II-Zentrum in Warschau eng zusammengearbeitet. Ein weiterer Partner ist Renovabis, die Solidaritätsinitiative der deutschen Katholiken.