Solidarität, Menschlichkeit, Unterstützung und Schutz der Familie

Botschaft von Papst Franziskus an José Graziano da Silva, Generaldirektor der FAO, zum Welternährungstag

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 335 klicks

Anlässlich des Welternährungstags am 16. Oktober richtete Papst Franziskus eine Botschaft an José Graziano da Silva, Generaldirektor der FAO („Food and Agriculture Organization of the United Nations“). Der Heilige Vater verurteilte, dass immer noch Millionen Menschen, darunter auch viele Kinder, an Mangelernährung und Hunger litten. Die Gesellschaft sei zu einem solidarischen Handeln aufgefordert; man müsse sich gemeinsam für den Kampf gegen den Hunger und die Ausbeutung einsetzen. Der Papst legte seinen Gedankengang in drei Punkten dar: zu Solidarität erziehen, zu Menschlichkeit erziehen sowie Unterstützung und Schutz der Familie.

1. Millionen von Menschen lebten immer noch unter schrecklichen Bedingungen, da sie an Unterernährung und Hunger litten. Dies sei umso besorgniserregender, da wir in einer Zeit des Fortschritts und besserer Kommunikationsmöglichkeiten lebten.

Trotz der Globalisierung verbreite sich die Tendenz zum Individualismus und zur Gleichgültigkeit. Mangelernährung und Hunger aber dürften niemals als normal betrachtet werden. Deshalb sei es erforderlich, dass wir uns öffneten, dem Egoismus und reinem Profitdenken absagten, uns in Solidarität übten und zur Solidarität erzögen.

2. Die FAO mache mit ihrem diesjährigen Thema zum Welternährungstag auf Ernährungssysteme aufmerksam, die die Ernährung sichern könnten. Das Thema sei als Einladung zum Überdenken und Überarbeiten der gängigen Ernährungssysteme und -gewohnheiten zu verstehen. Konsum und Verschwendung herrschten in vielen Teilen der Welt vor; rund 30 Prozent der Lebensmittel würden nach Angaben der FAO entsorgt. Dieses Verhalten sei ein Ergebnis der Gleichgültigkeit. Die Bekämpfung der Unterernährung und des Hungers sei nicht nur wirtschaftlicher und sozialer Natur, sondern betreffe auch ethische und anthropologische Aspekte. Zur Solidarität erziehen bedeute deshalb zur Menschlichkeit erziehen.

3. Im nächsten Jahre widme sich die FAO mit einer Initiative der Familie auf dem Land. Der Aspekt führe zum dritten Punkt: Die Erziehung zur Solidarität könne die Wegwerfkultur überwinden und damit die Familie unterstützen und schützen. Das Ergebnis sei eine gerechtere und menschlichere Gesellschaft.

Die katholische Kirche unterstütze den von der FAO eingeschlagenen Weg zu einer Kultur der Begegnung und der Solidarität, um das Problem der Unterernährung und des Hungers und die damit verbundenen Probleme der Menschen lösen zu können. 

(Die spanische Originalfassung der Botschaft und die italienische Übersetzung kann man hier nachlesen)