Solidarität mit den Christen im Libanon

Initiative der Kirchen in Deutschland

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BONN, 27. Juni 2007 (ZENIT.org).- Als Zeichen der Solidarität mit den Christen im Libanon und als Signal für den Dialog mit der islamischen Welt besucht eine gemeinsame Delegation der Deutschen Bischofskonferenz und der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) vom 23. bis zum 29. Juni 2007 die Kirchen im Libanon und in Ägypten.



Wie die Pressestelle der Deutschen Bischofskonferenz berichtete, unterstrichen die beiden Delegationsleiter, Landesbischof Dr. Johannes Friedrich (München) und Weihbischof Dr. Hans-Jochen Jaschke (Hamburg), am Montag in einer Pressekonferenz zum Abschluss der Tage in Beirut: „Mehr denn je brauchen die Christen im Libanon unsere Solidarität. Sie stehen weiterhin unter großem Druck. Viele verlassen das Land. Die politischen Entwicklungen bleiben ungewiss.“

Der Besuch der Kirchenvertreter aus Deutschland hat bei den Kirchen im Libanon und auch unter den dortigen Muslimen große Aufmerksamkeit gefunden. Er wurde als Zeichen der Ermutigung und als Bestärkung des Friedenswillens der Religionen empfunden. In Gesprächen mit Vertretern der Sunniten und der Schiiten stellten Landesbischof Dr. Friedrich und Weihbischof Dr. Jaschke klar: „Es kann keine Alternative zum Dialog der Religionen geben. Wir fordern nachdrücklich eine Absage an jede Form der Gewalt im Namen der Religion. Religions- und Glaubensfreiheit sind die unverzichtbare Voraussetzung für das interreligiöse Gespräch.“

Höhepunkte der Libanon-Reise waren die sonntäglichen Gottesdienste mit den lokalen Gemeinden. Die katholische Seite kam dabei mit dem Generaloberen des Libanesisch-Maronitischen Ordens, Abt Elias, zusammen. Darüber hinaus begegnete die Ökumenische Delegation dem Maronitischen Patriarchen Mar Nasrallah Boutros Sfeir und dem Katholikos der Armenier, Aram I.

Der Delegation, die am am Dienstag nach Kairo weiterreiste, gehören für die Deutsche Bischofskonferenz unter anderem Weihbischof Dr. Hans-Jochen Jaschke (Hamburg) und Weihbischof Dr. Franz-Peter Tebartz-van Elst (Münster), für die EKD Landesbischof Dr. Johannes Friedrich (München) und Bischöfin Maria Jepsen (Hamburg) an. Beteiligt waren darüber hinaus Vertreter des Evangelischen Entwicklungsdienstes (EED) und des Evangelischen Missionswerkes (EMW) sowie von Missio Deutschland und des Deutschen Vereins vom Heiligen Lande.

Solidaritätsaktion mit verfolgten Christen

Im Zeichen des Wortes Jesu: „Selig seid ihr, wenn ihr um meinetwillen beschimpft und verfolgt und auf alle mögliche Weise verleumdet werdet“ (Mt 5,11) hat die Deutsche Bischofskonferenz die Initiative „Solidarität mit verfolgten und bedrängten Christen in unserer Zeit“ ins Leben gerufen. Sie zielt darauf ab, sich mit dem Schicksal bedrängter und verfolgter Christen in Ländern wie Vietnam, Pakistan oder China auseinanderzusetzen und ihnen solidarisch beizustehen.

„Gefordert ist unser Gebet. Aber auch der aktive Einsatz für die weltweite Verwirklichung der Religionsfreiheit ist Glaubenspflicht“, heißt es dazu.

Die Initiative der Deutschen Bischofskonferenz umfasst deshalb drei Elemente: Ein Fürbittgebet, das allen Pfarrern zur Verwendung in den Gottesdiensten am 2. Weihnachtstag – dem Fest des Hl. Stephanus, des ersten christlichen Märtyrers – empfohlen wird. Eine Informationsbroschüre mit wechselnden Themen- oder Länderschwerpunkten zur Lage verfolgter oder diskriminierter Christen. Und schließlich eine vierteljährlich wechselnde Gebetsmeinung.

Eine entsprechende Arbeitshilfe, die das Heilige Land, Ägypten und den Irak in den Blick nimmt, steht vor der Veröffentlichung. Sie richtet sich vor allem an die Gemeinden und ist zur Auslage in den Pfarreien bestimmt.