Solidaritätsbesuch einer Delegation des Ökumenischen Rates der Kirchen in Kenia

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GENF/ROM, 29. Januar 2008 (ZENIT.org).- Eine internationale Delegation des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) wird vom 30. Januar bis 3. Februar nach Kenia reisen, um den Kirchen, die sich inmitten der eskalierenden Gewalt in ihrem Land aktiv für Frieden einsetzen, ihre Solidarität zu bekunden und sie seelsorgerlich zu unterstützen.



Die Kirchen in Kenia setzen der Welle der Gewalt, die im Anschluss an die Präsidentschaftswahlen zwischen den ethnischen Gruppen ausgebrochen ist und seit Beginn des Jahres bereits 700 Menschen das Leben gekostet und weitere 250.000 Menschen in die Flucht getrieben hat, ihre Friedens- und Versöhnungsarbeit entgegen. Caritas Kenia hatte zuletzt vor einer Cholera-Epidemie unter den Binnenflüchtlingen gewarnt.

Ziel des Besuchs ist es, den kenianischen Kirchen in einer schwierigen Zeit die Solidarität der weltweiten Kirche zu bekunden. Das Besuchsteam wird sich auch ein Bild davon machen, wie die internationale Kirchengemeinschaft die Bemühungen der Ortskirchen für Frieden und Versöhnung am besten unterstützen kann. Gastgeber der Delegation ist der Nationale Kirchenrat in Kenia.

Die derzeitigen Bilder von Gewalt und Zerstörung „zeigen ein Land, in dem man Kenia kaum wieder erkennt“, erklärte ÖRK-Generalsekretär Pfarrer Dr. Samuel Kobia, der selbst aus Kenia stammt. Er brachte seine Hoffnung zum Ausdruck, dass Kenia „die gegenwärtige Situation bald überwindet und dass die Kirchen einen wichtigen Beitrag zur Beschleunigung dieses Prozesses leisten“. Der Besuch sei „ein Ausdruck dessen, dass wir uns als Teil ein und derselben Familie fühlen und dass wir alle leiden, wann und wo immer ein Teil der Familie leidet.“

Der Besuch der Gruppe, die als so genannte „Lebendige Briefe“ nach Kenia reist, findet im Rahmen der Dekade des ÖRK zur Überwindung von Gewalt (2001-2010) statt, einer Initiative, die friedliche Alternativen zur Gewalt vorschlägt. Die Dekade wird ihren Höhepunkt in einer Internationalen Ökumenischen Friedenskonvokation finden, die Anfang Mai 2011 zum Abschluss der Dekade geplant ist. Bis 2011 sind rund vierzig Besuche von „lebendigen Briefen“ in verschiedenen Ländern geplant.

Papst Benedikt XVI. hat sich „für ein unmittelbares Ende der Gewaltakte und des brudermörderischen Konflikts“ ausgesprochen und bekräftigt, dass Gewalt als Mittel zur Lösung von Konflikten nutzlos sei und diese nur zusätzlich verschärfe. Außerdem forderte der Heilige Vater die politischen Führer auf, „entschlossen den Weg des Friedens und der Gerechtigkeit einzuschlagen, da das Land Frieden braucht, der auf Gerechtigkeit und Brüderlichkeit gründet“. Die kenianischen Gläubigen bat er, sich für die nationale Versöhnung einzusetzen und „unermüdlich zu Gott um das große Geschenk des Friedens zu beten“.