Sommerferien in Lorenzago di Cadore: Benedikt XVI. betet für entführten Missionar P. Bossi

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ROM, 9. Juli 2007 (ZENIT.org).- „Jeden Tag denke ich an Pater Bossi“, erklärte Papst Benedikt XVI. heute, Montag, bei seiner Ankunft in Lorenzago di Cadore, wo er sich bis zum 27. Juli zurückziehen und erholen wird.



„Ich habe mit dem Substitut [des vatikanischen Staatssekretariats, Anm. d. Red.] gesprochen. Er hat mich über den aktuellen Stand der Dinge in Kenntnis gesetzt. Hoffen und beten wir, dass der Herr uns helfe“, sagte der Heilige Vater nach einem Bericht der Nachrichtenagentur „Sir“ der Italienischen Bischofskonferenz gegenüber Journalisten.

Für morgen, Dienstag, wenn der Tag der Entführung des Comboni-Missionars auf den Philippinen genau ein Monat zurückliegen wird, hat das Päpstliche Institut für Missionen im Ausland (PIME), dem Pater Giancarlo Bossi angehört, einen internationalen Tag des „intensiven und besonderen“ Gebets für ihn aufgerufen.

Benedikt XVI. habe sich schon am 29. Juni beim Erzbischof von Zamboanga (Philippinen), Romulo G. Valles, nach dem Schicksal des verschwundenen Missionars erkundigt, berichtete AsiaNews. Erzbischof Valles hatte sich in Rom aufgehalten, um am Hochfest der heiligen Apostelfürsten Peter und Paul während eines feierlichen Pontifikalhochamts vom Papst persönlich das Pallium zu erhalten, das den neu ernannten Metropolitan-Erzbischöfen als Zeichen der Verbundenheit mit dem Bischof von Rom überreicht wird.

Benedikt XVI. landete heute um 11.18 Uhr auf dem Flughafen von Treviso „Istrana“ an Bord eines Flugzeugs des italienischen Staatspräsidenten. Er wurde von zivilen und religiösen Autoritäten sowie von Ortsbischof Andrea Bruno Mazzoccato herzlich begrüßt. Mehr als 2.000 Menschen hatten sich aufgemacht, um den Papst zu sehen und willkommen zu heißen. Ein achtjähriges Kind überreichte dem Heiligen Vater einen Blumenstrauß. Nach einem kurzen Zwischenstopp in Treviso wurde Benedikt XVI. mit dem Hubschrauber nach Lorenzago di Cadore (Provinz Belluno) gebracht, wo er sich in jenem Haus der Diözese von Treviso aufhalten wird, in dem sich sein direkter Vorgänger Papst Johannes Paul II. insgesamt sechs Mal ausgeruht hatte. Das erste Mal war 1987, also vor genau 20 Jahren.

In der Diözese Belluno-Feltre – ihr entstammt Papst Johannes Paul I. – läuteten am Sonntag und Montag zur Mittagszeit als Willkommensgruß alle Kirchenglocken.

Der Papst wird an den kommenden Sonntagen mit den Einheimischen und Pilgern gemeinsam den „Engel des Herrn“ beten: am 15. Juli im Schloss Mirabello, und am 22. Juli auf dem Hautplatz von Lorenzago di Cadore. Am Mittwoch, dem Gedenktag des heiligen Benedikts, wird in der Pfarrkirche ein Konzert zu Ehren des Heiligen Vaters gegeben.

Am 27. Juli wird Benedikt XVI. in die Päpstliche Sommerresidenz nach Castel Gandolfo übersiedeln. Während der Ferien entfallen alle Audienzen. Die Katechesen-Reihe wird am Mittwoch, dem 1. August, wieder aufgenommen.