Sommerfest in der Deutschen Akademie in Rom

Ausstellungen, Konzerte und Lesungen der Stipendiaten 2012

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Von Britta Dörre

ROM, 18. Juni 2012 (ZENIT.org). - Am Donnerstag, dem 14. Juni 2012, öffnete die Villa Massimo ihre Pforten, um die zahlreich erschienenen Besucher zu empfangen. Ab 18.30 Uhr war ausreichend Gelegenheit, auf der stimmungsvoll illuminierten Viale degli Artisti auf dem Parkgelände der Villa zu wandeln, von Atelier zu Atelier zu gehen und die in den Studios der Stipendiaten ausgestellten Arbeiten zu besichtigen.

Das weitreichende Spektrum der Exponate reichte von bildender Kunst über Architektur bis hin zu Komposition und Literatur und bot einen interessanten Einblick in das zeitgenössische Kunstschaffen. Die am Donnerstag ausgestellten Arbeiten sind in den ersten vier Monaten während des Romaufenthaltes der Stipendiaten entstanden.

Zu den Stipendiaten für den Bereich bildende Kunst zählen Philipp Lachenmann, vertreten „mit zwei Raumkonstellationen, die sich im Spannungsfeld von Utopie, Ideologie und (Kunst-)Geschichte bewegen“, Jeanne Fausts mit der Videoinstallation Dreierbande, Eva Leitolf mit ihrer in Rom fortgesetzten Arbeit Clearing sowie Nicole Wermers.

Jim Rakete, der Praxisstipendiat an der Villa Massimo und vor allem für seine Fotografien  berühmter Persönlichkeiten aus dem Showbusiness bekannt ist, stellte die von ihm erstellten Portraits seiner Mitstipendiaten aus.

Die Arbeiten der Stipendiaten der Casa Baldo und der Villa Serpentara in Olevano Romano waren, wie auch das Kalkstein-Kapitell des zweiten Praxisstipendiaten Markus Schroer, in der Galerie ausgestellt. Markus Schroer ist Steinmetz und Steinbildhauer am Kölner Dom  und hat ein Kapitell mit Akanthusblättern gefertigt, deren Form einem Blatt aus dem Garten der Villa Massimo entnommen ist. In der Galerie wurden außerdem die Arbeiten von Mila Hackes, Stipendiatin der Casa Baldi, sowie von Daniela Georgieva, Stipendiatin der Villa Serpentara ausgestellt.

Einen besonderen Bezug zu Rom zeigte die Arbeit von Mila Hackes „Scharoun 1965 – eine Spurensuche“, architektonische Fotografien aus Rom und Berlin. Mila Hackes setzt sich in ihren Werken mit dem Schaffen des Architekten Hans Scharoun auseinander, dem 1965 in Rom die Ehrendoktorwürde verliehen worden war.

Jörn Köppler „Die Poetik der Architektur: Modelle zum Konzept der In-Werksetzung der Natur“ und Antje Buchholz „Modellstadt“ (seit 2003) zählen zu den Stipendiaten im Bereich Architektur. Das Projekt „Modellstadt“wurde „mit neu entstandenen Modellen und Untersuchungen aus dem Stadtalltag Roms“ ergänzt, wobei „der Fokus auf baulichen Strukturen, die eine komplexe Programmierung aufweisen und auf besondere Weise Schnittstellen mit dem Stadtraum bilden“ liegt.

Im Laufe des Abends wurden die Kompositionen der Stipendiaten aus dem Bereich Komposition Petros Ovsepyan, Stipendiat der Casa Baldi, Hauke Berheides und Stefan Bartlings aufgeführt: das „String Quartet No. 2“ von Petros Ovsepyan, „Epilog II (Heimat)“ für Streichquartett, Schlagzeug und programmierbare Spieluhr von Hauke Berheides und „Nun seid ihr hier“ (Bruchstücke für Mezzosopran, Violine und Computer) von Stefan Bartlings.

Die Schriftstellerin Katja Lange-Müller gab eine Lesung. „Mensch, Katze“ und „Der Froschkönig“ beleuchtet, wie auch häufig in ihrem übrigen Werk, die Beziehung von menschlicher und tierischer Welt.

Der Abend klang schließlich ab 22.30 Uhr in ausgelassener Stimmung mit dem Live-Act von Oliver Koletzki & Fran des Berliner Plattenlabels „Stil vor Talent“ aus.